All entries by this author

Hörbuch Release Party von Doris Lautenbach

14. February 2016 | von | Kategorie: Blog

 Das Michelberger Hotel mit seinem Whiskey Room ist mit Sicherheit der allerschönste Ort, den ich mir für meine Release Party vorstellen kann.

Kommt vorbei und lasst uns feiern!

berlin-skurril2-einladungskarte-back

Mehr zu meinem neuen Hörbuch gibt’s hier.

[Weiter...]


Ich war`s nicht!

8. January 2012 | von | Kategorie: Blog

 

Nachricht auf der Mailbox.

Unser Kapitalistenschaf möchte ganz dringend eine Sache klarstellen. Es befindet sich momentan ja immer noch in seinem Winterurlaub auf Amrum und hat nun Angst, die Berliner könnten es mit seinem gelockten Kollegen aus Northamptonshire verwechseln.

Zugegeben, die Ähnlichkeit der beiden ist wahrlich verblüffend.

Der englische Schafsbock, von der dortigen Presse Randy genannt (unser Schaf hat gleich im Wörterbuch nachgeschlagen und herausgefunden, dass das soviel wie „geil“ bedeutet), war in die Schlagzeilen geraten, als er auf dem Weg zur Schlachtbank seinen Mördern in letzter Minute entkommen konnte.

Auf seiner Flucht geriet Randy in eine Herde weiblicher Schafe und tauchte dort zunächst unter. Vaterschaftstests haben jetzt ergeben, dass er seinen Aufenthalt dort sinnvoll nutzte: Randy ist nun Papa von 30 Lämmern. Und glücklicherweise will ihn  niemand mehr schlachten.

Unser Kapitalistenschaf betont außerdem, dass es seinen Winteraufenthalt auf Amrum selbstverständlich aus eigener Tasche bezahlt. Wohlhabende und väterliche Freunde haben damit nichts zu tun.

[Weiter...]


Vernissage in Taxizentrale

4. September 2011 | von | Kategorie: Blog

Wie die meisten gebürtigen Berliner habe auch ich einen leichten Hang zu Meckern.

Selbstverständlich und besonders auch über meine Stadt. Von Zugezogenen oder gar Touristen hör ich Kritik an Berlin allerdings nicht so gerne. Da werde ich zum sprungbereiten Muttertier, das sich reflexartig schützend vor ihr Junges wirft.

Uneingeschränkt klasse fand ich Berlin allerdings mal wieder vergangenen Freitag!

Einladung zur Vernissage des Malers Gustav Haase in Ans Taxi Netz, Bülowstraße 11 in Schöneberg. Aha?

Dass es in der Potsdamerstraße um die Ecke diverse Galerien gibt, und zwei spannende Neueröffnungen für nächste Woche dort anstehen, wusste ich ja. Aber in der Bülowstraße? In einem Taxiladen?

Kunst an ungewöhnlichen Orten hat ja immer was. Sollen sich doch vorerst Andere  die Beine vor dem Bode Museum in den Bauch stehen, um Gesichter der Renaissance zu sehen. Obwohl sie dort ja jetzt anscheinend das desolate Ticketsystem in den Griff bekommen haben und die Öffnungszeiten verlängert wurden. Für Botticelli, Leonardo da Vinci und Co. ist ja noch bis November Zeit.

Der Geschäftsführer von Ans Taxi Netz, Engür Sastimdur, ist Kunstliebhaber und mit allen Malern, die er in seinen Räumlichkeiten ausstellt, persönlich bekannt. Außerdem ist er selber eine faszinierende und charismatische Persönlichkeit, die zum Teil den großen Andrang am Freitagabend erklärt. Neben den sehr sehenswerten Berlin Bildern von Gustav Haase, versteht sich.

Ich war noch nie auf einer derart entspannten Vernissage mit so vielen angenehmen Besuchern. Menschen jeden Alters (Gustav Haase ist Mitte 60), alle ungekünstelt und locker. Es gab weder den unsäglichen Prosecco, noch den ach-so-angesagten  Aperol-Sprizz und kein schickes fingerfood.

Sondern ganz bodenständig Wein und Wasser. Außerdem Salzbrezeln. Und zu später Stunde dann Pflaumen, die irgendjemand aus seinem Garten mitgebracht hatte. Köstlich!

Gegen halb elf hielt eine etwas ramponierte Strechlimousine in zweiter Reihe und hinaus sprangen schöne Frauen in kurzen Röcken und Pelz sowie adrett heraus geputzte Männer. Eine Geburtstagsgesellschaft. Sie blieben auf einen Plausch, einen Drink, schauten sich Gustav Haases Bilder an und entschwanden dann wieder in die Nacht.

Engür umarmte zum Abschied einen der Männer herzlich mit einem „Bis morgen, dann“.

Auf meine Frage, wer das denn gewesen sei, antwortete er: „Mein mongolischer Putzmann. Er ist heute Nacht mit seiner mongolischen Community unterwegs, morgen früh macht er wieder hier sauber.“

Einzigartiges Berlin!

Zu Engürs Vernissagen gehören normalerweise immer noch kurze Auftritte anderer Künstler, wie er mir erzählte. Tänzerische Darbietungen beispielsweise, gerne auch Lesungen.

Beim nächsten Mal, in ca. drei Monaten, möchte er gerne „Die Unerhörten“ dabei haben. Das war dann noch das Sahnehäubchen dieser ganz besonders schönen Berliner Nacht.

[Weiter...]


Midnight in Paris

24. August 2011 | von | Kategorie: Blog

Ich mach es kurz und falle direkt mit der Tür ins Haus: „Midnight in Paris“ ist ein herausragender Film. Wirklich absolut sehenswert!

Beim Abspann dachte ich kindisch und theatralisch „nochmal“ und hätte beinahe wie eine 4 Jährige trotzig dazu mit dem Fuß aufgestampft. Von mir aus hätte der Film stundenlang weitergehen können. Oder eben direkt wieder von vorne losgehen  sollen. Und das denkt man ja bekanntlich nicht oft.

Dabei bin ich gar nicht mal so der Woody Allen Film Fan. Klar, er hat Meisterwerke geschaffen, aber einige seiner Filme haben mich früher schon schwer genervt und ich schätze ihn normalerweise eher als brilianten und virtuosen Erzähler in seinen Kurzgeschichten.

Aber ich wusste: es geht um Paris (nach Berlin „meine“ Stadt) und die 20er Jahre (die auf mich in jeder Hinsicht eine magische Anziehungskraft ausüben).

Midnight in Paris ist die Verfilmung von Allens Prosastück „ A Twenties Memory“ aus den sechziger Jahren.

Gil (Owen Wilson) ist ein lustloser Drehbuchautor aus Hollywood, der sich im tiefsten Herzen zum ernstzunehmenden Schriftsteller berufen fühlt. Gemeinsam mit seiner oberflächlichen Verlobten Inez und ihren reaktionären, mit der Tea Party sympathisierenden Eltern verbringt er die Ferien in seiner Lieblingsstadt Paris.

Schnell stellt sich heraus, dass das Paar eigentlich nichts verbindet. Inez shoppt sich durch die Pariser Haute Couture und klappert gelangweilt die Sehenswürdigkeiten ab. Gil taucht in das ganz spezielle Paris-Gefühl ein, arbeitet an einem Roman und möchte am liebsten seinen Wohnsitz von Malibu hierher verlegen.

Bei einem einsamen Nachtspaziergang wird Gil Schlag Mitternacht von einem Oldtimer aufgelesen und an den Schauplatz seiner Sehnsüchte chauffiert: das Paris der „Goldenen Zwanziger“. Im Reich seiner unerfüllten Dichterträume trifft er zu seinem grenzenlosen Entzücken auf all seine persönlichen Helden. Fortan erhebt er jede Nacht zur Geisterstunde sein Glas mit F. Scott und Zelda Fitzgerald, lauscht hingerissen Cole Porter himself am Klavier und lässt sich vom unverbesserlichen Macho Ernest Hemingway über Mut, echte Männer und Prosa belehren.

Zu seinen „neuen“ Bekannten und Freunden zählen weiterhin Picasso, Dali (wundervoll besetzt mit Adrien Brody) und Jean Cocteau. Gil verliebt sich unsterblich in die schöne Geliebte Picassos, Adriana, (Marion Cotillard) und schließlich nimmt sich niemand Geringeres als Gertrude Stein (Kathy Bates) seines Manuskripts an.

Was für eine Lektorin!

Gil ist bereit, für immer mit Adriana in den „Roaring Twenties“ zu leben, doch die zieht es in eine andere Epoche: nämlich die Belle Epoque.

Nach dem Film habe zu Hause ewig nach meinen Cole Porter CDs gesucht, die sträflicherweise schon ziemlich lange ein unbeachtetes Dasein gefristet haben.

Außerdem habe ich mir herzlich dazu gratuliert, mit Anfang 20 ein Jahr in Paris verbracht zu haben. Mindestens in dem Punkt hatte Hemingway ja so Recht: “Paris, ein Fest fürs Leben”.

[Weiter...]


Beginners

17. June 2011 | von | Kategorie: Blog

So ein kapitalistenschaffreier Abend ist auch mal richtig schön!

„Schon wieder ausgehen? Echt nicht, Kinners. Das ganze Pfingstwochenende nur auf der Rolle, Karneval der Kulturen, Potsdam, Wannsee. Immer weiter, weiter, bloß nie innehalten, ja immer Zerstreuung suchen.

Und jetzt soll ich mit euch wieder ins Kino hetzen, um Beginners zu sehen? Könnt ihr vergessen. Ich mache mir einen gemütlichen Abend, widme mich mal wieder meinem Aussehen und trage eine schöne Quark-Gurkenmaske auf, ging ja ewig nicht, wegen diesem dämlichen Ehec. Könnte allen Anwesenden übrigens auch nichts schaden, so eine kleine Gesichtsbehandlung. Das Fräulein Pfirsichteint hier mal ausgenommen.“

Damit bin leider nicht ich gemeint, sondern unsere 10-jährige Tochter. Schon klar.

Im Strandbad Wannsee hatte das Schaf zunächst Kindern die Sandburg eingetreten, war danach auf seiner pinkfarbenen Luftmatratze abgetrieben, forderte, kaum gerettet, andauernd neuen Eiskaffee und hatte bei der Durchsage „ Achtung. Achtung. Der kleine Jeremy vermisst seine Mutti. Bitte holen Sie ihn beim Schwimmmeister ab“, sehr laut und sehr hämisch gekichert.

Ich war also wirklich bedient und ließ es ganz leichten Herzens zuhause.

Beginners ist schlicht und einfach großartig. Von einem Juwel möchte man gar sprechen, klänge es nicht so abgedroschen. In Mike Mills zweiten Film (nach „Thumbsuckers“) gibt es verschiedene Erzählstränge, die sehr raffiniert verknüpft sind:

Kaum ist seine Frau nach 44 Jahren Ehe gestorben, outet sich Hal (wunderbarer Christopher Plummer) als homosexuell, gibt Kontaktanzeigen auf und blüht in seinem neuen Leben mit einem jungen Liebhaber auf. In Rückblenden wird das spießige Leben der 50er Jahre in Amerika gezeigt, das deutlich macht, wieso es unmöglich war, das Schwulsein damals zu leben. Als Hal an Krebs erkrankt nähert er sich seinem Sohn Oliver (Ewan McGregor- gibt’s jemanden, der den nicht toll findet?) wieder an. Dieser verliebt sich nach dem Tod seines Vaters in Anna (Mélanie Laurent aus „Inglourious Basterds“), sie versuchen miteinander glücklich zu sein…

In dem Film geht es um Familienverstrickungen, Abschiednehmen, Glückssuche, Neuanfänge und das mit so vielen originellen Einfällen, wunderbarem Humor und reichlich melancholischen Momenten.

Unbedingt muss Arthur noch Erwähnung finden. Das ist der Foxterrier, den Oliver von seinem Vater „erbt“ und diesen für ihn fortan präsent hält. Gibt’s eigentlich  Oscars, Césars etc. auch für Filmtiere?

Arthur wäre ein heißer Anwärter.

[Weiter...]


Siri Hustvedt Lesung im Babylon

9. May 2011 | von | Kategorie: Blog

Das Schaf wollte zuerst gar nicht mit.

„Och, nö“, hatte es geblökt, „Siri Hustvedt ist doch viel zu schön, viel zu prominent verheiratet und der Titel ihres neuen Buches Der Sommer ohne Männer klingt total bescheuert. So nach ganz viel Prosecco und dümmlicher Freche-Frauen-Literatur.“

Richtige Schauder liefen ihm durch die Wolle.

„Jetzt hör mal zu, Schaf“, ich musste mich sehr beherrschen, „Siri Hustvedt ist zwar tatsächlich bildschön, stimmt, sie ist mit Paul Auster verheiratet und der Titel ist ein bisschen irritierend, aber sie ist eine außergewöhnlich gute und kluge Autorin. Niemals würde sie in eine öde Klischeefalle tappen und platte Abrechnungen mit dem männlichen Geschlecht schreiben. Hast Du etwa nicht ihren großartigen Roman Was ich liebte gelesen? Oder, ebenfalls höchst lesenswert, Die zitternde Frau?“

Selbstverständlich war das Babylon ausverkauft.

Der Literaturübersetzer Bernhard Robben moderierte kompetent, der deutsche Part wurde von der hinreißenden Maria Schrader so gut gelesen, dass die 56- jährige Siri Hustvedt über ihren eigenen Text ganz häufig giggelte und kicherte wie ein ganz junges Mädchen.

Der Sommer ohne Männer ist ein Ehebruchsroman auf ganz hohem Niveau. Siri Hustvedt erzählt eine der ältesten und banalsten Geschichten noch einmal ganz neu. Die New Yorker Dichterin Mia erfährt, dass ihr Mann Boris, ein berühmter Neurowissenschaftler, sich nach 30 Jahren Ehe in eine jüngere Kollegin verliebt und deshalb eine Pause von seiner Frau fordert. Mia landet kurzfristig in der Psychiatrie, verlässt vorübergehend New York und verbringt den Sommer in ihrer Heimatstadt Minnesota. Mias Mutter und ihre betagten Freundinnen in einem Altenheim, eine junge Familie und sieben pubertierende Mädchen, die sie im Schreiben unterrichtet, bilden mit ihren großen und kleinen Dramen das Netz weiblicher Lebensläufe, das Mia schließlich auffangen wird.

Tiefsinnig, klug, zugleich leichtfüßig und komisch stellt Siri Hustvedt ganz entscheidende Fragen über Frauen und Männer.

Selbstverständlich stellte sich das Schaf am Ende der Lesung ohne Murren in die endlose Schlange, um sich ein Autogramm von der wundervollen Siri Hustvedt geben zu lassen.

SIRI HUSTVEDT: Der Sommer ohne Männer. Rowohlt Verlag, Reinbek 2011. 251 Seiten, 19,95 Euro.

[Weiter...]


Berlinoise – Meret Becker & The Tiny Teeth

5. May 2011 | von | Kategorie: Blog

“Hinreizend”, murmelt das Kapitalistenschaf und kontrolliert mit einem Taschenspiegel seine kleinen weißen Zähne. Auf meinen Einwand, was das denn für ein Adjektiv sei, fällt ihm wieder ein, dass es ja eigentlich ein bisschen beleidigt ist.

Ich habe es nämlich abgelehnt, ihm ein Tutu zu nähen und konnte ihm auch nicht versprechen, dass es Unterrichtstunden für das Erlernen der Singenden Säge nehmen darf. „Jawohl, hinreizend“, pampt es, „Meret Becker ist absolut hinreizend und ihr könnt euch alle mal eine Scheibe von ihr abschneiden!“

Letzten Samstag durfte das Schaf uns ins Tipi am Kanzleramt begleiten, um Meret  & The Tiny Teeth zu feiern.

Und es hat ja Recht. Seit ich Meret Becker 1995 zum ersten Mal im legendären „Ex und Pop“ gesehen habe (zusammen mit Ben Becker in dessen Theaterstück „Sid und Nancy“- die tragische Liebesgeschichte von Nancy Spungen und dem „Sex Pistols“ Bassisten Sid Vicious), verehre ich sie über alle Maßen.

Was für eine Ausstrahlung! Und ihre Stimme!

Neben Klavier, Cello, Akkordeon und Banjo kommen auch Instrumente zum Einsatz, die man sonst eher von Musikclowns oder Jahrmärkten kennt, nämlich Glasharfe, Singende Säge (ja, Schaf, ich rede mit den anderen Unerhörten über Deinen Wunsch), Hupe und Kinderklavier. Meret singt über Bordsteinschwalben, Spelunken und Flitzpiepen. Mal melancholisch, mal albern. Auf deutsch, französisch und englisch. Immer großartig und mit so viel Charme.

Zwischendurch turnt und verbiegt sie sich im Tutu (nein, Schaf, ich kann nicht nähen) und voller Hingabe in einem von der Bühne hängenden Reifen.

Nach drei Zugaben haucht sie am Ende der Vorstellung „Träumt süß“.

Haben wir, Meret.

 

[Weiter...]


How does it feel – Das Bob Dylan Lesebuch

29. April 2011 | von | Kategorie: Blog

Bob Dylan wird im Mai siebzig Jahre alt. Mein ältester (sic!) sowie bester Freund Manu, feierte ebenfalls gerade einen runden Geburtstag. Da dieser zu Bob Dylans größten Bewunderern gehört und mich im Laufe der Jahre zu unzähligen Konzerten seiner Ikone geschleift hat (wo der Meister teils brilliant, teils beleidigt- aber niemals belanglos aufspielte), lag es nahe, ihm Klaus Theweleits soeben erschienenes Buch How does it feel zu schenken.

Natürlich habe ich das Buch auch gelesen. Und zwar in einem Rutsch. Es setzt einem einzigartigen Musiker ein Denkmal, der für seine poetischen und vielschichtigen Texte immer wieder als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt wird. Schriftsteller und Künstlerkollegen widmen sich schon lange dem Phänomen Bob Dylan. Und hier kommen sie alle zu Wort: Sam Shepard, Don DeLillo sowie seine erste Lebensgefährtin Suze Rotolo. Lesenswert!

Schnell noch drei kurze Episoden über Bob Dylan aus meinem Leben:

1. Letztes Wochenende. Die Nachbarn grillen und unser Kapitalistenschaf hockt geduckt im Blumenkasten um zu überprüfen, ob die es tatsächlich wagen, Lammkoteletts aufzutischen. Tun sie zwar nicht, dafür trägt der Chef eine Schürze mit der Aufschrift  Bin am Grillen! Keine Tipps! Bier bringen! Das Schaf gibt würgende Laute von sich.  Zu später Stunde wird dann noch eine Klampfe organisiert und kurz darauf schallt es schief und innbrünstig durch die ganze Straße

„How many roads must am man walk down….. The answer, my friend, is blowin in the wind…“

Das Schaf erbricht sich in die Fleißigen Lieschen- ich habe vollstes Verständnis.

2. Irgendwann in den 90ern. Bob Dylan spielt in der Waldbühne. Manu und ich rasen auf seiner Moto Guzzi durch die Stadt. Wir sind viel zu spät dran. Platz im Innenraum, ganz vorne, ist Pflicht. Leider müssen wir unterwegs noch tanken und am Eingang der Waldbühne stellt Manu fest, dass er sein Ticket wohl beim hektischen Bezahlen an der Tankstelle verloren hat. Selbstverständlich ist alles meine Schuld. Als wir uns gerade richtig schön anschreien, ruft neben mir jemand: „Ticket zu verschenken! Bob Dylan Ticket zu verschenken!“ Ich ergattere es und Manu muss zur Strafe sämtliche drinks übernehmen. Wird ein teurer Abend für ihn.

3. Wieder 90er Jahre. Wir sind in Mexico unterwegs. Nach ziemlich viel Stress, gesundheitlichen  Malaisen, rauschenden fiestas mexicanas und der Begegnung mit einer Ratte, die ich zunächst für einen Rauhaardackel gehalten hatte, sind wir zum Abhängen auf der Halbinsel Yukatán. Ich habe gerade beschlossen, meine Hängematte mit Traumblick aufs Traummeer nie wieder zu verlassen, da kommt Manu von einer kleinen Erkundungsfahrt zurück, wirft mir zwei Tickets auf den Bauch und sagt: „ Hier. Wir fliegen morgen. Jazz Fest in New Orleans. Bob Dylan spielt.“ Wir sind dann zwei Wochen da geblieben. Tolle Stadt.    

How does it feel. Klaus Theweleit. Rowohlt Verlag. EUR 19,95.

[Weiter...]


Tortenschlacht in Kreuzberg

13. March 2011 | von | Kategorie: Blog

Fasten? Bis Ostern? Um sich danach dann umso gieriger auf die Medaillons vom Milchlamm zu stürzen? Nix da. Askese und schmallippiger Verzicht liegen dem Schaf und mir nicht.

Wir lieben Kuchen! Er muss nur unbedingt selbstgebacken sein und darf keinesfalls aus Biskuitteig bestehen.

Manchmal reicht auch schon der Duft. Ich habe ja das Glück, dass der Mann meines Herzens ein (Hobby) Zuckerbäcker de luxe ist, und so rufe ich an besonders fiesen Tagen schon mal geschwächt aus: „ Mach, dass es nach Kuchen riecht“.

Und wenn die Wohnung kurz darauf verführerisch nach Brownies oder Hefezopf riecht, geht’s mir normalerweise schlagartig besser. Meine Tochter ist übrigens auch schon eine kleine Zucker-Fee: Köstlich, ihr Fantakuchen.

Heute Nachmittag machten wir uns alle mit dem Fahrrad auf nach Kreuzberg. Unser Ziel: Mr. Minsch in der Yorckstraße. Das Schaf nahm hoheitsvoll im Fahrradkorb Platz und ließ sich den lauen Frühlingswind ums rosa Schnuppernäschen wehen. Einmal hätte ich schwören können, dass es leise  sang. Es klang wie Ein Vogel wollte Hochzeit machen.

Andreas Minsch zeigt, dass man keine Riesenkonditorei braucht, um köstlichste Gaumengenüsse zu fabrizieren. Durch ein Schaufenster blickt man in sein blitzblankes Zauberreich und kann dem Meister bei seinem (Kunst) Werk auf die Finger schauen. Man erhält das Stück seiner Begierde dann durch ein offenes Fenster gereicht, und nimmt damit an den kleinen Tischen mit bunten Tulpensträußen darauf Platz.

Und dann Attacke! Wir schlemmten uns durch Blaubeer- Mascarpone, Fränkische Apfeltorte und Schweizer Haselnusskuchen und schwebten im süßen Kuchenhimmel.

Auf dem Rückweg war ich mir dann ganz sicher. Das Schaf, jetzt verziert mit einem Blaubeerfleck am Kinn, murmelte ein Gedicht. „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.“

Mr. Minsch, Yorckstrasse 15, täglich geöffnet 12.00-18:30. Stück Kuchen (und die sind groß) 3€, ganze Torten ab 27€

[Weiter...]


Romy Schneider- zwei Gesichter einer Frau

12. March 2011 | von | Kategorie: Blog

Seitdem das Schlosspark Theater so schön im neuen Glanz erstrahlt, kann man auch in Steglitz wieder richtig tolle Aufführungen sehen. Bereits letzten Dezember besuchten das Schaf und ich Chris Pichlers umwerfende Vorstellung Romy Schneider- zwei Gesichter einer Frau und waren absolut hingerissen.

Sporadisch gastiert die österreichische Schauspielerin des Jahres 2008, Chris Pichler, mit ihrem gefeierten Soloabend über Romy Schneider auch immer mal wieder in Berlin. So also auch morgen, Sonntag, dem 13.03.2011.

Das Programm ist aus Briefauszügen, Texten und Tagebuchaufzeichnungen von Romy Schneider zusammengestellt, die über sich selber urteilte: „Ich kann nichts im Leben, aber alles auf der Bühne“.

Chris Pichler zeigt Romys Lebenskampf, das Ringen mit ihrer katholischen Erziehung, die heiteren Sissi-Anfänge, ihr Erblühen in Paris, das Scheitern ihrer Beziehung mit Alain Delon bis zu ihrem Verglühen und dem tragischen frühen Lebensende in einer unglaublichen Intensität. Der Moment vom grausamen Tod ihres Sohnes ist von einer solch tiefgehenden und herzzerreißenden Tragik, dass einem der Atem stockt und sich dem Schaf beim Gedanken daran noch immer die Löckchen im Nacken aufstellen.

Schlosspark Theater. Die Karten kosten zwischen 17,50 und 20,50 €.

13.03.2011. Vorstellung um 16.00 Uhr.

[Weiter...]