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Gelesen und gegessen im Café Morgenstern

7. December 2012 | von | Kategorie: Blog

Zum Glück gab es im Café Morgenstern sogar Lebkuchen und Schusterjungs!
Sehr schön war’s.

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Schäfchen zählen war Gestern

4. March 2012 | von | Kategorie: Blog


Auf der Suche nach dem Frühling ist unser Kapitalistenschaf momentan kaum zu erreichen. Ständig wandert es durch die Gärten der Stadt und hofft, den Frühling an seinem blauen Band zu erwischen, festzuhalten und zum dauerhaften Bleiben zu überreden. Abends fällt es dann erschöpft in einen traumlosen Tiefschlaf.

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Vorfreude

9. December 2011 | von | Kategorie: Blog

Das Schaf platzt fast vor lauter Vorfreude. Zu Weihnachten ist es im Stall, wie jedes Jahr, und freut sich tierisch auf das Wiedersehen mit seinen guten Kumpels.
Silvester verreist es nach Ostfriesland, dort genießt es die Ruhe und das Salz.
Und dann, im Januar 2012, begleitet es die Unerhörten in den Friedenauer Waschsalon und freut sich auf die sauberste Lesung aller Zeiten. Zwischen Waschpulvern und Weichspülern will es sich ganz gemütlich und kuschelig im Warmen was unerhörtes vorlesen lassen.
Vor lauter Ungeduld besucht unser Kapitalistenschaf aber jetzt schon bei jeder Gelegenheit den wunderbaren Waschsalon in der Rheinstr 62 und genießt dort die besondere Athmosphäre.

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Ausnahmsweise Lyrik

18. November 2011 | von | Kategorie: Blog

Weil’s so herrlich herbstlich ist und der November uns allen so wunderbar das Gemüt vernebelt, lade ich erstmals hier bei den Unerhörten ein, eine kleine Portion Lyrik zu genießen.

Der Himmel schwitzt die Krähe klaut
die Kirchenglocken läuten.
Der Baum schläft ein die Taube stirbt
die letzten Spinnen singen.

Und weil’s so schnell ging, hier gleich noch eine kleine Portion Nachschlag:

Der Nebel ist hier
wer holt ihn ab
packt ihn in Taschen und Tüten
und schleppt ihn auf’s Land
auf’s Land?
Der Nebel ist hier
der Nebel.

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Kuh-Bilder nicht nur für Schafe

8. March 2011 | von | Kategorie: Blog


Voller Ungeduld auf den Frühling empfiehlt das Kapitalisten-Schaf heute einen Ausflug an die Glienicker Brücke in Potsdam. In der Villa Schöningen stellt Anselm Kiefer nur noch bis zum 31. März 2011 Kuh-Bilder voller Mythen, Rätseln und Überraschungen aus.
Seine Kühe sind aus Stroh und Leder und Draht und Lehm, ihr Anblick überwältigt, verstört vielleicht auch mal. Jeder Mensch wird beim Betrachten und Versenken in die Werke ganz Individuelles erinnern, assoziieren und empfinden. Schafe sehen das pragmatischer und kosten heimlich von den Strohhalmen. (Köstlich, wenn auch etwas trocken)
Der Besuch der Kühe ist ein besonderes Erlebnis, nicht nur für das Schaf.
Anselm Kiefer, Villa Schöningen, Glienicker Brücke.

Mehr Infos findet Ihr: Hier

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Mein letztes Mahl

5. March 2011 | von | Kategorie: Leseproben

Nicht, das ich es eilig hätte- ganz im Gegenteil! Aber irgendwann kommt diese gewisse Stunde und damit es dann keine Missverständnisse gibt, oder gar Streitereien um dunkles Holz und teure Messingbeschläge, um seidene Kopfkissen und preiswerte Varianten aus Kiefern- Imitat, damit also niemand sagen kann: “Wenn wir das nur früher gewusst hätten!“, hier eine ausführliche Anleitung für Jeden, den es interessiert:

Ich möchte in einem Schokoladensarg beerdigt werden!

Es muss aber unbedingt dunkelglänzende Zartbitter- Schokolade sein. Um Himmels Willen keine Vollmilch- Nuss oder Kinderschokolade oder- vielleicht das Schlimmste- Schokolade mit Erdbeer- Joghurt- Füllung. Und bitte Niemals Niemals Niemals Kalorienreduzierte Diätschokolade verwenden!

Die Wände müssten natürlich schon eine gewisse Dicke haben, damit sich das auch lohnt und damit der Boden sich selbst bei Hitze nicht gleich durchbiegt. Das wäre mir peinlich. Die notwendige Statik kann jede gute Konditorei ausrechnen. Ringsherum sollen Trüffel kleben. Immer schön abwechselnd helle Champagnertrüffel mit sahnig-perlender Füllung und pechschwarze Herrentrüffel mit cremigem Espressoschaum. Auf den Sargdeckel soll der Konditormeister die komplette Palette aller schokoladigen Geschmacksrichtungen platzieren: Von „Chilipfefferscharf“ bis „Extradoppeltsüß“! Und mit russischem Brot möchte ich meinen vollständigen Vor- und Zunamen mit Puderzucker aufgeklebt wissen. Das könnten zum Beispiel meine Enkelkinder übernehmen, sollte ich dann welche haben. Kunstvolle Ornamentik aus Cognac- Bohnen runden das geschmackvolle Bild ab. Ein kleiner, würdevoll plätschernder Schokoladenbrunnen steht an meinem Fußende. Dort hinein tunkt man frische Früchte- je nach Jahreszeit vielleicht Erdbeeren oder Mandarinenstückchen und lässt diese Köstlichkeiten dann ganz langsam auf der Zunge zergehen.

Von Innen soll die Köstliche Kiste natürlich noch leckerer sein, ist klar, oder.

Ein Kopfkissen aus Luftschokolade, eine Decke aus fein gesponnenem Zucker mit Rosen aus Marzipan und zwischen die Zehen stopft mir bitte Geleebananen. Über meinem Körper hängen blutrote Fruchtgummi- Kirschen, hauchdünne Pfefferminztäfelchen und quietschebunte Gummibärchen. Auf meine Wangen tropft dickflüssiger Türkischer Honig und betörend duftendes Karamell kriecht mir in die Mundwinkel.

Bei der Beerdigung darf jeder einmal lecken oder lutschen oder gerne auch knabbern am Sarg. Aber nur Außen. Mein letzter Eindruck soll ein sinnlicher sein, ich möchte einen guten Geschmack hinterlassen.

Und ist der Sarg schließlich herabgelassen worden in die warme Mutter Erde, sprüht bitte letzte Grüße mit Sahne hinterher.

Wenn ich dann so gemütlich und in aller Seelenruhe genüsslich vor mich hinmodere, habe ich die Nase voller guter Dinge. Und die Natur freut sich genauso: Eifrige Würmer, glänzende Käfer und fette Larven werden sich voller Begeisterung auf meine süße Hülle stürzen. In Windeseile wird sich das Herumsprechen in Untererde: Hier gibt’s was Neues. Leckerschmecker!

So ein Schokoladensarg ist also in mehrfacher Hinsicht perfekt! Ökologisch sauber, Rückstandslos aufessbar, schön anzusehen.

Appetitlich!

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Ehemals: Susanne Schmidt

10. February 2010 | von | Kategorie: Vorleser

Ich lebe in Berlin und Berlin lebt in mir. Meine Texte haben fast immer einen Bezug zur Stadt. Die Poesie und die Satire sind, wie im echten Leben, scheu. Sie verstecken sich zwischen zwei Zeilen oder unter einem Berg von staubigen Adjektiven- aber sie sind immer da. Das ist das Schöne am Schreiben.

 

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