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	<title>Die Unerhörten</title>
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	<description>Berliner Lesebühne</description>
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		<title>Die Unerhörten</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 18:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Über uns]]></category>

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		<description><![CDATA[sind eine Gruppe unerhört guter/ interessanter/ talentierter… (bitte ankreuzen) auf jeden Fall noch zu entdeckender Autorinnen und Autoren, die sich der Unerhörten Literatur verschrieben haben und sich zusammenrauften, um ihre Texte mündlich zu verbreiten. 
Zu ihren Merkmalen zählen:
- garantiert unerhört = neu; allesamt neue Texte
- ein brisantes aktuelles oder allgemeingültiges Thema wird kritisch aus mindestens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/Unerhoerte_plakat.jpg"><img src="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/Unerhoerte_plakat.jpg" alt="" title="Unerhoerte_plakat" width="273" height="300" class="alignleft size-full wp-image-319" /></a>sind eine Gruppe unerhört guter/ interessanter/ talentierter… (bitte ankreuzen) auf jeden Fall noch zu entdeckender Autorinnen und Autoren, die sich der Unerhörten Literatur verschrieben haben und sich zusammenrauften, um ihre Texte mündlich zu verbreiten. </p>
<p>Zu ihren Merkmalen zählen:</p>
<p>- garantiert unerhört = neu; allesamt neue Texte<br />
- ein brisantes aktuelles oder allgemeingültiges Thema wird kritisch aus mindestens 5 verschiedenen Perspektiven beleuchtet<br />
- keiner kann der inneren Wahrheit der Texte letztlich entkommen<br />
- jedes Genre ist willkommen; die Texte sollen nicht nur eine hörbare, sondern auch eine lesbare Qualität haben.</p>
<p>Sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen zu einem vorgegebenen Thema. Das erwartet Sie bei den “Unerhörten” – und weitere, unerhört gute Bonusgeschichten.</p>
<p>Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :<br />
Friedhelm Feller, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer und ein/e Überraschungsautor oder -autorin aus unserem unerhörten Kreis! </p>
<p><a href="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/die_unerhoerten_09.09.jpg"><img src="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/die_unerhoerten_09.09.jpg" alt="" title="die_unerhoerten_09.09" width="600" height="401" class="alignleft size-full wp-image-124" /></a></p>
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		<title>Schlagzeilen von Ariane Meinzer</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 00:55:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ariane Meizer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[Beitrag zum Erzählwettbewerb des Berliner Tagesspiegels im Frühjahr 2009, Thema ZEITUNG. Bereits veröffentlicht über www.tagesspiegel.de
Schlagzeilen
Wie jeden Morgen verkleidete ich mich auch an diesem Tag als glücklicher Mensch. Die Kunst der Verkleidung hatte ich über viele Jahre zu einer Vollendung gebracht, die mich selbst manchmal beängstigte. Doch die anderen Menschen mögen eben nur die Glücklichen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beitrag zum Erzählwettbewerb des Berliner Tagesspiegels im Frühjahr 2009, Thema ZEITUNG. Bereits veröffentlicht über <a href="http://www.tagesspiegel.de">www.tagesspiegel.de</a></p>
<p><strong>Schlagzeilen</strong></p>
<p>Wie jeden Morgen verkleidete ich mich auch an diesem Tag als glücklicher Mensch. Die Kunst der Verkleidung hatte ich über viele Jahre zu einer Vollendung gebracht, die mich selbst manchmal beängstigte. Doch die anderen Menschen mögen eben nur die Glücklichen, die Schönen und diejenigen, deren Existenz voller guter Schwere, fester Bedeutung ist- so, wie man die herbstschweren edlen Weine mag und weiß, dass man etwas Besonderes genießt. </p>
<p>Da mein Leben aber das Gegenteil von Bedeutung hatte und nichts in mir Größe oder gar Glück enthielt, versteckte ich mich viele Jahre zunächst unter den anderen Gescheiterten, denn von uns gibt es so viele. Vielleicht zu viele, vielleicht zu wenige, für mich aber zumindest genug, um mich dort wegzuducken vor den Blicken der Menschen von Wichtigkeit.<br />
Später aber entdeckte ich die Möglichkeit, das Wesen der Glücklichen und Bedeutenden perfekt zu imitieren und damit aus der Menge der Nichtigen in die Menge der Teilhabenden zu wechseln, um letztlich auch dort<span id="more-222"></span> gesichtslos zu verschwinden.</p>
<p>Denn einen Makel trug ich auch weiterhin unauslöschlich vor mir her- ich machte niemals von mir reden. Zwar mochte ich bedeutsam erscheinen, doch ich tat niemals etwas, das von Belang war, meine Anwesenheit wurde auf Gesellschaften bestenfalls wahrgenommen, doch niemand erinnerte sich hinterher an mich. Es waren immer die anderen, von denen man sprach- diejenigen, die wirklich waren, was ich nur schien. Diese anderen sah man auf Plakaten, die für ihre Ideen warben, diese anderen sangen die Lieder, die jeder hörte, wenn er das Radio anschaltete, diese anderen durchschritten die Schlagzeilen der Zeitungen wie Könige ihre Paläste durchmessen. So war es seit Jahren mein allergrößtes Sehnen, auch nur ein einziges Mal wie sie zu sein, am Himmel der öffentlichen Aufmerksamkeit zu strahlen und damit unwiederbringlich alles Bedeutungslose abzulegen.</p>
<p>Doch an diesem bewussten Tag vor genau drei Wochen sollte zum ersten Mal das alles Entscheidende passieren, das mich für immer aus der Menge hervor heben sollte wie den Phönix aus der Asche. So stand ich also an dem Morgen rasiert und bereits im Anzug in meiner Küche und trank rasch meinen Kaffee, der Zeitdruck erlaubte nur einen flüchtigen Blick auf die Zeitung, die ich nach dem Aufstehen achtlos auf den Küchentisch gelegt hatte. Da sah ich sie, die Schlagzeile auf der Titelseite: </p>
<p>„Markus Wehner sieht aktuelle Entwicklung der Konjunktur kritisch, aber nicht pessimistisch“.</p>
<p>Markus Wehner- das bin ich. Und ich stand in der Zeitung. Leitartikel, Überschrift Fettdruck, Foto von mir beim letzten Werksbesuch in Kaiserslautern in Farbe. Ich setzte mich fassungslos an den Tisch und überflog fiebernd den Artikel. Alles, was von mir zitiert wurde, war richtig- genau das hatte ich gesagt, aber das Ereignis, bei dem diese Statements gefallen waren, war absolut lächerlich, die Umstände langweilig und zudem waren meine Vorgesetzten ebenfalls anwesend und hatten Reden gehalten, die ähnliche Standpunkte formulierten- nur besser. Aber ICH wurde zitiert, an höchst exponierter Stelle und ich konnte es nicht fassen. </p>
<p>Zum ersten Mal in meinem Leben ging ich aufrichtig erhobenen Hauptes zur Arbeit. Keine Blicke, denen ich auswich, keine Schulter in der Firma, die ich nicht leutselig klopfte, keine Unterschrift, die ich nicht doppelt so schwungvoll zeichnete wie zuvor. Zum ersten Mal in meinem Leben erfuhr ich also, was das Wort Selbstbewusstsein im Kern bedeutet. Sich spüren, sich sehen, sich hören, sich im Spiegel der Gesellschaft in allen drei Dimensionen erkennen.</p>
<p>Die Tatsache, dass mich weder in der Firma, noch privat jemand auf den Leitartikel ansprach, irritierte mich nicht weiter. Ich legte das als Zeichen von Ehrfurcht aus und genoss meinen neuen Status umso intensiver.<br />
Ein paar Tage später las ich dann fassungslos auf der Regionalseite meiner Zeitung den Artikel<br />
„Markus Wehner fordert mehr verkehrsberuhigte Zonen in der Innenstadt“.<br />
Auch hier gab der Artikel genau meine Meinung wider, die ich jedoch niemandem gegenüber in der jüngeren Vergangenheit geäußert hatte. Natürlich hatte auch ich zu allen Themen, die öffentlich diskutiert wurden einen Standpunkt, doch dieser orientierte sich an den Verlautbarungen der engagierten Elite der Stadt und fügte sich somit zu meiner Verkleidung als Mensch mit Positionen und Idealen. Warum ich auf einmal mit so einer Aussage in der Zeitung stand und woher das Foto mit dem Bürgermeister kam- all das ein merkwürdiges Rätsel, denn ich kannte den Bürgermeister nicht persönlich.</p>
<p>Von diesem Tag an schlug ich immer die Zeitung mit einer Mischung aus Vorfreude und Bangen auf. Denn tatsächlich folgten in unregelmäßigen Abständen  Seite für Seite Artikel über mich in den verschiedenen Rubriken der Pfälzer Rundschau. Niemals jedoch ein Artikel in einer Rubrik, in der ich schon mal zitiert wurde. Ich arbeitete mich also offenkundig ohne mein Zutun durch alle Ressorts, vom Leitartikel über die Börsennachrichten bis hin zum Sportteil.</p>
<p>Von Artikel zu Artikel legte ich also eine weitere Hülle der Unscheinbarkeit ab und wuchs vor mir selber in einem Maße, das ich niemals für möglich gehalten hätte. Den Markus Wehner, der unsichtbar auf Empfängen nur anwesend, doch niemals präsent war- den gab es nicht mehr. Endlich war ich jemand- ein Mann, den ich bewunderte und über den ich voller Ehrerbietung jeden neuen Bericht verschlang. </p>
<p>Meine Küche war inzwischen lückenlos tapeziert mit den Fotos und Zeitungsausschnitten. Zusätzlich zu meinem Abonnement kaufte ich weitere Exemplare der Ausgaben, in denen mein Denken und Wirken gewürdigt wurde. Ich lebte in einem Tempel meiner eigenen Wichtigkeit.</p>
<p>Seit drei Tagen nun ist jedoch kein neuer Artikel mehr über mich erschienen. Voller Unruhe wandere ich durch meine Wohnung, betrachte in der Küche mein Archiv und füge die verschiedenen Ausgaben zu einer Einheit zusammen. Scheinbar alle Rubriken der Zeitung sind nun vertreten, sogar die Werbung. Diese erschien vor acht Tagen und zeigt mich mit strahlendem Lächeln am Steuer des neuen Opel Corsa. Da ich vor kurzem einen<br />
entsprechenden Wagen gekauft hatte, wunderte mich dieses Foto nicht, doch ich sehe darauf wie ein Star aus. Nicht nur wie jemand, der es geschafft hat, sondern wie jemand, der sogar jenseits aller allgemeinen Maßstäbe seinen Erfolg genießt. Fast erschreckend.</p>
<p>Und der Schrecken über diese unaufhaltsame, methodische Wandlung vom Nichts zum Jemand, auf die ich keinen noch so geringen Einfluss habe, breitet sich mit trauriger Unfehlbarkeit in mir aus. Denn heute früh wurde mir klar, in welcher letzten Rubrik meiner Zeitung noch nicht über mich berichtet wurde.<br />
Und so muss ich mich voller Demut und zugleich Entsetzen in den Gedanken fügen, dass vermutlich schon bald mein Nachruf zu lesen sein wird. Doch es wird der Nachruf auf einen großen Mann sein und ich werde in den Worten der Zeitung intensiver verglühen, als ich jemals zuvor gelebt hatte.</p>
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		<title>Leseproben</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 19:58:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leseproben2]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier gibt es verschiedene Leseproben der Unerhörten Autoren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/leseprobe1.jpg"><img src="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/leseprobe1-150x150.jpg" alt="" title="leseprobe1" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-290" /></a>Hier gibt es verschiedene Leseproben der Unerhörten Autoren.</p>
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		<title>&#8220;28 Wachhunde&#8221; von Mark Scheppert</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 17:35:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mark Scheppert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[28 Wachhunde
Die Reise mit meinen Kumpels war eine einzige Katastrophe. Ich kam frustriert zurück nach Berlin und beschloss: Diesmal merkst du dir aber genau, warum das so eine beschissene Tour war &#8211; bevor du noch einmal mit denselben Idioten verreist. Man muss nicht jeden Fehler zweimal machen. 
Vor einigen Tagen bekam ich die Fotos aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>28 Wachhunde</strong></p>
<p><a href="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/Bunt.jpg"><img src="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/Bunt-300x218.jpg" alt="" title="Bunt" width="300" height="218" class="alignleft size-medium wp-image-109" /></a>Die Reise mit meinen Kumpels war eine einzige Katastrophe. Ich kam frustriert zurück nach Berlin und beschloss: Diesmal merkst du dir aber genau, warum das so eine beschissene Tour war &#8211; bevor du noch einmal mit denselben Idioten verreist. Man muss nicht jeden Fehler zweimal machen. </p>
<p>Vor einigen Tagen bekam ich die Fotos aus diesem Urlaub wieder in die Hände. Darauf ist Folgendes zu sehen: Jenna, Göte und ich liegen lachend und bekifft an einsamen mexikanischen Traumstränden, schnorcheln mit riesigen Riffhaien und Manta-Rochen in der Nähe tropischer Inseln, paddeln durch geheimnisvolle dunkle Höhlen in Belize und bestaunen mit offenen Mündern die Pyramiden der Maya im Regenwald von Guatemala. </p>
<p>Es gibt kein einziges Bild von dieser Reise, auf dem nicht mindestens einer von uns glücklich in die Kamera grinst. Ich weiß heute beim besten Willen nicht mehr, was ich jemals daran auszusetzen hatte, was schief gelaufen war und ob wir<span id="more-108"></span> uns gestritten haben. Die Bilder zeigen einen fantastischen, abenteuerlichen und entspannten Abschnitt meines Lebens. Ich habe alle negativen Erlebnisse komplett verdrängt. </p>
<p>Doch es gibt eine Entschuldigung dafür: &#8220;I was born in the GDR&#8221;, wie ich auf dieser Reise immer wieder erklären musste &#8211; ich bin in der DDR geboren. </p>
<p>Es gibt viele Beschreibungen und Lieder, Bücher und Filme über dieses verschwundene Land hinter der dicken weißen Mauer. Besonders jungen Menschen muss es heute vorkommen wie ein fantastisches Märchenland, mit niedlichen Pappautos und Legoland-Neubaublöcken, in denen verschrobene, komisch bekleidete Menschen wohnten, die lustigen Bräuchen nachgingen. Eine Fantasiewelt aus dem Spielwaren-Katalog, die sich irgendjemand ausgedacht hat und von der er uns jetzt erzählt. Doch wer hat all dies erstunken und erlogen? Wer hat die Historie zu seinen Gunsten geschönt? </p>
<p>Ich kenne die Antwort: Wir Ossis haben euch diese Geschichte erzählt und wirklich nicht mit Absicht gelogen &#8211; wir haben alle negativen Erinnerungen aus unserem Lebensabschnitt in der Deutschen Demokratischen Republik einfach verdrängt! Nicht erst als alles vorbei war, sondern schon vorher &#8211; und in Verbindung mit unglaublich viel Alkohol. </p>
<p>Ein ganzes Volk hat bis zur Besinnungslosigkeit gesoffen. Es gab ungewöhnlich viele Sorten Alkoholika in den Plastik-Regalen der Kaufhallen. Pfeffi, Goldi, KiWi und Stoni waren liebevolle Kosenamen für hochprozentigen Stoff. Wenn eine Pulle 14,50 kostete, wurde sie &#8220;zehn vor drei&#8221; genannt, der etwas bessere Schnaps hieß &#8220;zehn vor sechs&#8221; und auch &#8220;blauen Würger&#8221; konnte man trinken. Man könnte meinen, die Staatsführung hatte kollektives Verdrängungssaufen angeordnet. </p>
<p>Richtig: Es gab viele Opfer meines Ex-Staates, grausame Geschichten von missglückten Fluchten, menschenverachtenden Stasi-Gefängnissen und Polizeiterror. All das wird mit der Zeit aber immer mehr in Vergessenheit geraten &#8211; die DDR wird in Zukunft viel freundlicher und immer bunter! Das muss zwangsläufig so kommen, ist meine These. </p>
<p>Als ich sechs Jahre alt war, bekamen meine Eltern ein Grundstück in der Kleingartenanlage Panke-Niederungen in Berlin-Karow. Es war es eine winzige Parzelle auf einem riesigen Maisfeld ganz in der Nähe der so genannten Rieselfelder, also dort, wo die Scheiße der Ostberliner entsorgt wurde. Diese 300-Quadratmeter-Äcker hatten weder Strom- noch Wasseranschluss, weder Wege noch Straßen führten dorthin. </p>
<p>Es dauerte gefühlte fünf Jahre, bis dort unsere eigene Datsche stand und nochmals fünf, bis man sich hier auch ohne zu erfrieren aufhalten konnte. Meine Kindheitserinnerungen bestehen deshalb auch nur aus dreckigen Fingernägeln, Fäulnis durchtränkten Klamotten, eiskalten Füßen und der Vorstellung davon, in einem behelfsmäßigen Geräteschuppen, in dem die Familie Schutz vor sintflutartigen Regenfällen suchte, in einen Zinkeimer zu keckern. </p>
<p>Mein Bruder Benny und ich teilten aus Langeweile Regenwürmer bis ins Unendliche und aßen Stücke davon, zählten ertrunkene Maikäfer und quälten kleine Frösche. Wir mussten mit unhandlichen manuellen Ostrasenmähern die Wiese stutzen, meterhohes Unkraut jäten und dann zu dem riesigen modrigen Komposthaufen karren. Selbst Obst und Gemüse blieben mir in schlechter Erinnerung, da besonders Benny bereits nach fünf gepflückten Erdbeeren stöhnend eine halbe Stunde Pause einlegte und besonders ich als der Ältere dafür angeschnauzt wurde. Schwarze Johannisbeeren einzeln zu pflücken, war eine Arbeit, die ich nicht einmal meinem schlimmsten Feind auferlegen würde. </p>
<p>&#8220;Wir fahren in den Garten!&#8221;, war der Horrorsatz meiner Kindheit, zumal er freudig jeden Freitag von Mai bis September erklang. Falls mein Vater noch nicht so früh mit unserem Trabi von der Arbeit weg kam, fuhren wir mit der S-Bahn. </p>
<p>Es war eine ätzende Fahrt &#8211; mit nur einem Highlight: Wir hatten nämlich einen schönen Wettkampf ersonnen. Wer zwischen den S-Bahnhöfen Schönhauser Allee und Pankow die meisten Schäferhunde zählte, die dort unterhalb der Brücke &#8211; zwischen der weißen Mauer und einem Stacheldrahtzaun &#8211; auf und ab liefen, hatte gewonnen. Auch angekettete Hunde zählten. Die Sache wurde dadurch erschwert, dass der Zug auf diesem Abschnitt mit einem Höllentempo entlang raste. Dennoch konnten wir jedes Jahr neue Rekorde im Schäferhunde-Zählen bejubeln. </p>
<p>Jahre später gelangten genau hier, an der Bornholmer Brücke, die ersten Ostberliner nach 28 Jahren wieder in den Westteil der Stadt. Zufall oder nicht: Der von mir gezählte Weltrekord an Wachhunden im Grenzstreifen wird bis in alle Ewigkeit bei 28 liegen. </p>
<p>Sonst war in unseren Kinderaugen alles an dem Garten Mist. In den Anfangsjahren hatten wir gar keinen und später nur einen rauschenden Schwarzweiß-Fernseher mit Zimmerantenne in der Laube. Wir lagen in dem winzigen Zimmer in unserem ungemütlichen Doppelstockbett, umgeben von Monster-Mücken, in viel zu dünnen Decken frierend, und konnten vor allem wegen der ohrenbetäubenden Lautstärke nicht schlafen. </p>
<p>Meine Eltern und unsere Gartennachbarn feierten jeden Abend ein lustiges Beisammensein, und zwar meistens auf unserer Terrasse. Es kann sich kein Mensch vorstellen, schon gar nicht ein kleines Kind, wie viel Flüssigkeit, vor allem kistenweise Bier, süßen bulgarischen Rotwein und Nordhäuser Doppelkorn dieses Gartenkollektiv in sich hinein schütten konnte. Zunächst hörten wir sie nur lachen und singen &#8211; tief in der Nacht wurde dann bei lauter Musik getanzt und wurden Honecker-Witze gebrüllt. Zumindest wussten wir: Wer gerade am besoffensten war, der hatte am meisten zu verdrängen! </p>
<p>Mit 14 Jahren fragte ich meine Eltern, ob ich am Wochenende auch allein in unserer herrlichen Neubauwohnung in Friedrichshain bleiben dürfte, und mit 15 beschloss ich das einfach. </p>
<p>Doch Stopp! Ich muss mich entschuldigen. Die Geschichte von unserer kleinen Datsche hat so niemals stattgefunden. Denn unsere Familie besitzt ein Fotoalbum, das die wirkliche Historie unseres Gartens zeigt. Es sind Bilder voller Lebensfreude und Harmonie. Wir Kinder planschen im Bassin, spielen mit unseren Krocketschlägern und Wurfspielpfeilen, bauen bunte Indianerzelte auf und schneiden fast immer lustige Grimassen. Unsere Eltern stehen neben uns und beobachten stolz ihren Nachwuchs, grundsätzlich mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Mein Vater hält dabei fast immer ein halbvolles Glas Bier in der Hand. Es gibt kein einziges Foto von unserem Leben in der Datsche, auf dem nicht mindestens einer glücklich in die Kamera grinst.</p>
<p>Ich weiß heute beim besten Willen nicht mehr, ob es an der damaligen Zeit etwas auszusetzen gab, ob etwas schief gelaufen war und ob wir uns jemals gestritten haben. Das Album aus unserem Garten zeigt die DDR, wie sie wirklich war. Bunt!</p>
<p>(Dies ist eine Geschichte aus dem Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.de/dp/3839192501?tag=marksche-21&#038;camp=1410&#038;creative=6378&#038;linkCode=as1&#038;creativeASIN=3839192501&#038;adid=1PEJQTFY9BK44K7JCVEP&#038;">Mauergewinner oder ein Wessi des Osten</a>&#8220;)</p>
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		<title>Presse</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 23:21:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Bis jetzt noch nichts. &#8230;NOCH nichts!
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis jetzt noch nichts. &#8230;NOCH nichts!</p>
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		<title>Test Blog</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 20:14:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/markscheppert.jpg"><img src="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/markscheppert.jpg" alt="" title="markscheppert" width="300" height="200" class="alignleft size-full wp-image-21" /></a>Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser.Dies ist ein Blindtext. Blindtexte sind zumeist weder informativ noch interessant, sondern ausgesprochen langweilig. So auch dieser. </p>
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		<title>Ralph Trommer</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 19:29:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralph Trommer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorleser]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurz nachdem der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte, wurde er gegen seinen Willen aus dem Mutterleib einer Tänzerin geschnitten.
Nach Jahren der Desorientierung in der pfälzischen Provinz strandete er in Berlin, wo er künstlerische Studien und Versuche in den Bastionen Trickfilm, Drehbuchschreiben, Comiczeichnen und letztlich der Unerhörten Literatur unternahm. Neben Kurzgeschichten existieren u.a. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/ralph.jpg"><img src="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/ralph.jpg" alt="" title="ralph" width="200" height="287" class="alignleft size-full wp-image-77" /></a>Kurz nachdem der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte, wurde er gegen seinen Willen aus dem Mutterleib einer Tänzerin geschnitten.<br />
Nach Jahren der Desorientierung in der pfälzischen Provinz strandete er in Berlin, wo er künstlerische Studien und Versuche in den Bastionen Trickfilm, Drehbuchschreiben, Comiczeichnen und letztlich der Unerhörten Literatur unternahm. Neben Kurzgeschichten existieren u.a. ein haarsträubender Kriminalroman für Kinder. Aus der Patientenakte des Dr. Caligari: „Die Wirklichkeit erscheint ihm nur in verwandelter Form interessant, was vielleicht die Entstehung solch rabenschwarzer Phantasien erklärt, die ihm einen Platz mindestens im Fegefeuer sichern werden“.</p>
<p>Kontakt: ralph@die-unerhoerten.de</p>
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		<title>Susanne Schmidt</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 19:28:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorleser]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich lebe in Berlin und Berlin lebt in mir. Meine Texte haben fast immer einen Bezug zur Stadt. Die Poesie und die Satire sind, wie im echten Leben, scheu. Sie verstecken sich zwischen zwei Zeilen oder unter einem Berg von staubigen Adjektiven- aber sie sind immer da. Das ist das Schöne am Schreiben.
Kontakt: susanne@die-unerhoerten.de
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/rummel.jpg"><img src="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/rummel.jpg" alt="" title="rummel" width="384" height="288" class="alignleft size-full wp-image-315" /></a>Ich lebe in Berlin und Berlin lebt in mir. Meine Texte haben fast immer einen Bezug zur Stadt. Die Poesie und die Satire sind, wie im echten Leben, scheu. Sie verstecken sich zwischen zwei Zeilen oder unter einem Berg von staubigen Adjektiven- aber sie sind immer da. Das ist das Schöne am Schreiben.</p>
<p>Kontakt: susanne@die-unerhoerten.de</p>
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		<title>Mark Scheppert</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 19:27:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mark Scheppert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorleser]]></category>

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		<description><![CDATA[Jahrgang 71 war Landschaftsgärtner, Möbelträger, Sachbearbeiter, Forstmitarbeiter, Erntehelfer, Vertreter, Partyveranstalter, Fahrrad-Kodierer,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/markscheppert.jpg"><img src="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/markscheppert.jpg" alt="" title="markscheppert" width="300" height="200" class="alignleft size-full wp-image-21" /></a>Jahrgang 71 war Landschaftsgärtner, Möbelträger, Sachbearbeiter, Forstmitarbeiter, Erntehelfer, Vertreter, Partyveranstalter, Fahrrad-Kodierer, Handlungsreisender, Lagerverwalter, Postbearbeiter, Anzeigenverkäufer und Küchenhilfe. Und all das fand er wirklich kein bisschen aufregend. Deshalb begann er 2008, nebenher ein paar Zeilen zu schreiben. 2009 erschien sein erstes Buch &#8220;Mauergewinner&#8221; und gleichzeitig wurde er unerhörter Autor.</p>
<p>Kontakt: mark@die-unerhoerten.de<br />
<a href="http://www.markscheppert.de">www.markscheppert.de</a></p>
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		<title>Ariane Meinzer</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 19:25:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ariane Meizer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(Alter unklar, mental irgendwo zwischen infantil und altersweise stehen geblieben) hat es als Buchhändlerin gelernt, die Menschen mit dem Grundnahrungsmittel Literatur zu versorgen. Für den Fall, dass es wider Erwarten mal zu einem Mangel an diesem kostbaren Gut kommt, schreibt sie seit ein paar Jahren selber Geschichten, garantiert gentechnikfrei und meistens absurd- was nicht wundert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/ariane.jpg"><img src="http://die-unerhoerten.de/wp-content/uploads/2010/02/ariane.jpg" alt="" title="ariane" width="180" height="215" class="alignleft size-full wp-image-73" /></a>(Alter unklar, mental irgendwo zwischen infantil und altersweise stehen geblieben) hat es als Buchhändlerin gelernt, die Menschen mit dem Grundnahrungsmittel Literatur zu versorgen. Für den Fall, dass es wider Erwarten mal zu einem Mangel an diesem kostbaren Gut kommt, schreibt sie seit ein paar Jahren selber Geschichten, garantiert gentechnikfrei und meistens absurd- was nicht wundert, da sie schon früh von Gogol an der Nase herum geführt wurde und viele Jahre Spezialistin für Kinder- und Jugendliteratur war. Heute arbeitet sie in der Politik, ohne dass ihr Schreibstil darunter gelitten hat, wie ihre Weggefährten beteuern.</p>
<p>Kontakt: ariane@die-unerhoerten.de</p>
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