Archive for März 2010

Die Unerhörten

30. März 2010 | von admin | Kategorie: Über uns

sind eine Gruppe unerhört guter/ interessanter/ talentierter… (bitte ankreuzen) auf jeden Fall noch zu entdeckender Autorinnen und Autoren, die sich der Unerhörten Literatur verschrieben haben und sich zusammenrauften, um ihre Texte mündlich zu verbreiten.

Zu ihren Merkmalen zählen:

- garantiert unerhört = neu; allesamt neue Texte
- ein brisantes aktuelles oder allgemeingültiges Thema wird kritisch aus mindestens 5 verschiedenen Perspektiven beleuchtet
- keiner kann der inneren Wahrheit der Texte letztlich entkommen
- jedes Genre ist willkommen; die Texte sollen nicht nur eine hörbare, sondern auch eine lesbare Qualität haben.

Sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen zu einem vorgegebenen Thema. Das erwartet Sie bei den “Unerhörten” – und weitere, unerhört gute Bonusgeschichten.

Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :
Friedhelm Feller, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer und ein/e Überraschungsautor oder -autorin aus unserem unerhörten Kreis!

[Weiter...]


Schlagzeilen von Ariane Meinzer

7. März 2010 | von Ariane Meizer | Kategorie: Leseproben

Beitrag zum Erzählwettbewerb des Berliner Tagesspiegels im Frühjahr 2009, Thema ZEITUNG. Bereits veröffentlicht über www.tagesspiegel.de

Schlagzeilen

Wie jeden Morgen verkleidete ich mich auch an diesem Tag als glücklicher Mensch. Die Kunst der Verkleidung hatte ich über viele Jahre zu einer Vollendung gebracht, die mich selbst manchmal beängstigte. Doch die anderen Menschen mögen eben nur die Glücklichen, die Schönen und diejenigen, deren Existenz voller guter Schwere, fester Bedeutung ist- so, wie man die herbstschweren edlen Weine mag und weiß, dass man etwas Besonderes genießt.

Da mein Leben aber das Gegenteil von Bedeutung hatte und nichts in mir Größe oder gar Glück enthielt, versteckte ich mich viele Jahre zunächst unter den anderen Gescheiterten, denn von uns gibt es so viele. Vielleicht zu viele, vielleicht zu wenige, für mich aber zumindest genug, um mich dort wegzuducken vor den Blicken der Menschen von Wichtigkeit.
Später aber entdeckte ich die Möglichkeit, das Wesen der Glücklichen und Bedeutenden perfekt zu imitieren und damit aus der Menge der Nichtigen in die Menge der Teilhabenden zu wechseln, um letztlich auch dort

[Weiter...]