Archive for March 2012

Schulanfang von F. Feller-Przybyl

10. March 2012 | von | Kategorie: Leseproben

Es ist ein grauer Septembermorgen, es ist der erste Morgen im September um genau zu sein. Ich wache mit einer endzeitartigen Stimmung auf. Heute ist D-Day, der große Tag. Ein Ereignis wird heute statt finden, welches unsere Familie bereits seit Wochen, nein Monaten, intensiv beschäftigt.

In letzter Zeit hatte ich Gelegenheit, den größten Teil des Personals im Bezirksamt persönlich kennen lernen.

„Ich möchte gerne einen einen Hortvertrag für meinen Sohn beantragen.“ „Haben Sie denn schon den Bedarfsbescheid? Nein? Da müssen sie erstmal einen Antrag stellen, bei meiner Kollegin im dritten Stock…“ Natürlich hatte ich einen halben Nachmittag gewartet, bis ich an der Reihe war und natürlich waren die Sprechzeiten besagter Kollegin schon längst vorbei. Die Besuche beim Amt wurden in Folge zu einem festen Termin in meinem Kalender.

Ich bekam die Gelegenheit mich inständig darüber zu freuen, dass wir meinem Kind nur einen Vornamen gegeben haben und nicht wie heute üblich eine ganze Reihe davon mit deren Übersetzungen kleine Geschichten erzählt werden können.

Die Tochter meiner besten Freundin heißt zum Beispiel nicht einfach nur Luna, sondern „wenn der Mond über den sieben Meeren steht, findest du dort, hoch oben auf dem Felsen, die Weisheit Gottes“

Adrian besitzt also nur einen einzigen Vornamen. Das mag auf den ersten Blick ein wenig langweilig erscheinen, aber es hat einen entscheidenden Vorteil: Die Eltern leiden nicht an einer chronischen Sehnenscheidenentzündung, nachdem sie ihren Sprössling erfolgreich angemeldet haben.

Ich weiß nicht mehr, wie viele Formulare ich genau ausfüllen musste. Es müssen hunderte gewesen sein. Name des Kindes, Adresse des Kindes, Name der Mutter, Name des Vaters, Adresse der Mutter, Adresse des Vaters, Telefonnummer des Vaters klammer auf tagsüber klammer zu, Telefonnummer der Mutter klammer auf tagsüber klammer zu, Telefonnummer klammer auf abends klammer zu der Eltern…

Telefonnummer der Eltern?.Der Eltern? Wieso der Eltern?. Klar, dass Mama und Papa in heutigen Zeiten getrennt leben könnten hat sich wohl noch nicht bei den Formulardesignern diverser Behörden herumgesprochen. Vielleicht verbringen die meisten geschiedenen Ehepaare ihre Abende ja auch wieder zusammen, wer weiß?

Wir füllten Formulare aus für:

Die Anmeldung zur Schule, die Anmeldung zur Aufnahme und Teilnahme von Schülern an einer ergänzenden Betreuung an Grundschulen, Eine Anmeldung zur obligatorischen Gesundheitsprüfung für Schulanfänger, für das Schulessen, für den Antrag auf Anti-Allergenes Schulessen, zur Ausstellung einer Chipkarte für das Schulessen , etc. etc.

Mich beschlich das ungute Gefühl, dass sich im Nachhinein niemand diese Formulare ansehen würde und ich sollte recht behalten. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit fülle ich auch heute noch Zettel mit allen Daten aus.

Zwischenzeitlich hatte ich schon nicht mehr an ein Ende dieses ganzen Papierkriegs geglaubt. Aber eines Tages war dann tatsächlich auch der letzte notwendige Bescheid im Briefkasten und dem Karrieresprung meines Kindes stand nichts behördliches mehr im Weg. Es folgte noch vor dem Schulanfang eine erste Elternversammlung in der uns Lehrerin und Erzieherin schulte, was alles vor, während und nach diesem heutigen Tag wichtig sein würde. Solche Versammlungen finden traditionell im Klassenraum statt. Dadurch erhalten Eltern die Möglichkeit, das zukünftige Umfeld ihrer Kinder hautnah zu erleben. Natürlich ist das Mobiliar auf die ergonomischen Bedürfnisse von Erdenbürgern mit einer Körpergröße von nicht mehr als 1,30m ausgelegt. So bleiben solche Elternversammlungen nicht nur im Gedächtnis sondern auch in Form von Rückenschmerzen und Trombosespätfolgen dauerhaft präsent.

Wir erhielten darüber hinaus diverse Merkzettel und Infoblätter, füllten natürlich wieder das ein oder andere Formblatt aus und studierten die Liste der von uns zu besorgenden Materialien. Ich hätte gedacht, dass die dort angegebene Menge an Heften und Heftern, Füllern und Stiften, Malblöcken und sonstigen Bastelutensilien bis zum Abitur reichen würde. Um so bemerkenswerter fand ich die Aussage der Lehrerin, es handele sich hierbei um die „Grundausstattung für die ersten Wochen“. Ich fügte der Liste noch den Eintrag „Aktenschrank“ hinzu und überlegte, wo wir den in Adrians Zimmer noch unterbringen sollten. Scheinbar muss ich beim Studieren dieser Anforderung ein paar wichtige Informationen nicht mitbekommen haben, sah ich mich doch in den nächsten Wochen mehr als einmal mit der Aussage:

„Sie waren wohl nicht auf der Elternversammlung, oder? Da wurde das doch erzählt!“ konfrontiert.

Im Gegensatz zu meiner Heimat wird der Schulanfang hier in Berlin als großes Familienfest begangen. Ich konnte mich an keine besondere Feier zu meiner Einschulung erinnern und auch das gemeinsame Brainstorming mit meinem Bruder ergab keine sachdienlichen Hinweise. Jedoch erhielt ich von verschiedenen Seiten nützliche Hinweise wie dieser Festtag gebührend nach einheimischem Ritus zu begehen sei.

Adrians erster Schultag beginnt für ihn also mit der Begrüßung der angereisten Verwandtschaft. Danach geht es für ihn an die Sichtung seiner Schulbewaffnung. Im Laden hatte der Ranzen gar nicht so riesig ausgesehen. Aber nachdem Adrian sich den Tornister auf den Rücken geschnallt hat, scheint der Schulranzen seinen Besitzer assimiliert zu haben um eigenständig die Schule zu besuchen. Mit ein wenig Mühe gelingt es uns wahrhaftig, alle Bücher in den Ranzen zu bugsieren. Da das resultierende Gewicht aber nur geringfügig die Masse des Trägers unterschreitet, verwerfen wir dieses Vorhaben sofort wieder. Adrian bestreitet seinen ersten Schultag also mit faktisch leerer Schultasche und wir hoffen, dass es der Lehrerin ernst damit war, als sie sagte, die Schulbücher müssten „im Normalfall“ nicht mit nach Hause genommen werden.

Wir machen uns alsbald auf den Weg und ich erlebe den ersten Schub des Schulanfangsblues…

Wie der berühmte Film am Lebensende ziehen Bilder von Adrians früher Kindheit an mir vorbei. Ist es wirklich schon mehr als sechs Jahre her, dass ich dieses kleine Würmchen von noch nicht einmal 3 Kilogramm aus dem Krankenhaus abgeholt habe?

Seine ersten Schritte, ersten Worte, Wettrennen mit dem Bobbycar durch die Wohnung die immer ein sehr beliebtes akustisches Kontrastprogramm zum eintönigen Straßenverkehr geboten hatten. Der Steinsplitter in der Stirn, Nachmittage im Krankenhaus wenn neue Zähne mit hohem Fieber kamen. Kindergeburtstage in denen sich die Wohnung in eine Kita verwandelte und vieles mehr geistert mir nun durch den Kopf.

Schließlich kommen wir in der Schule an und Eltern stehen auf dem Schulhof und trinken Sekt. Ich schiele zum Getränkestand, aber was härteres ist nicht im Angebot. Ich trinke eigentlich ungern hochprozentiges, aber ein doppelter Wodka wäre jetzt genau richtig..

Kurz nach der Ankunft werden die Kinder von den Eltern getrennt. Panik steigt in mir auf. Ich widerstrebe nur mit Mühe dem Impuls hinterher zu gehen um zu sehen, was diese wildfremde Frau, die sich als Lehrerin ausgibt, nun mit meinem Sohn anzustellen gedenkt.

Auch den Gedanken, mir irgendwo einen herrenlosen Schulranzen zu schnappen und mich als Erstklässler ausgebend hinein zu schmuggeln verwerfe ich – wenn auch widerstrebend. Ich ergebe mich also in mein Schicksal und folge den anderen Eltern hinauf in die Aula im dritten Stock. Die Halle ist voll, sie ist laut und ich habe selten eine hässlichere Bestuhlung gesehen.

Die weißen Plastik-Gartenstühle bilden einen morbiden Kontrast zu den überall aufgehängten Luftballons, Girlanden, Luftschlangen und mannigfaltigen Bastelerzeugnissen. Eine Bühne ist aufgebaut und darauf stehen bereits Kinder aus höheren Klassen, die routiniert schauen, als machten sie die ganze Zeit nichts anderes. Die Klasse 1a wurde bereits durch das Programm geschleust und wir warten bis unser Nachwuchs an der Reihe ist.

Schließlich geht es los und paarweise laufen die Kinder in die Aula ein. Das erinnert mich an meine Erstkommunion. Aber zum Glück trägt kein Mädchen ein brautkleidartiges Kostüm und auch die Jungs wurden nicht in Anzüge gesteckt. Damals hatte ich auch nicht gewusst, worauf ich mich einließ. In den Gesicherten der Kinder meine, ich, ähnliches zu spüren.

Ich erkenne nun den Grund für die Anwesenheit der Kindergruppe auf der Bühne. Man will die Eltern und die Kinder einlullen, uns täuschen. Wir sollen den Eindruck gewinnen, das nichts schlimmes mit den Kindern passieren wird. Die Schule als Ort unsäglicher Freuden darstellen. „Seht her, liebe Eltern! Eure Kinder sind bei uns gut aufgehoben. Hier wird den ganzen Tag gesungen, gespielt, getanzt und gelacht. Schule ist riesig, schule ist toll und es geht uns allen hier so wunderbar! Die Lehrerinnen und Lehrer wollen nur das beste für Dein Kind. „Ihr einziger Daseinszweck besteht darin, meinem Kind eine tolle Zeit zu bieten. Wer braucht schon Kino, Puppentheater und Vergnügungsparks, Spielplätze und Karussells. Es gibt ja schließlich Schule! Die ist um so vieles schöner als alles andere. Das ist der Tenor der Ansprache des Direktors der Schule. Untermauert werden sollen die Thesen dann durch die Gesangs und Tanzeinlage der älteren Kinder. Als diese dann aber auch noch singen „Hausaufgaben die machen uns viel Spaß“ verliert die Darbietung in meinen Augen den letzten Rest an Glaubwürdigkeit.

Als die Showeinlage zu ende geht, werden die Kinder paarweise auf die Bühne geholt und sie erhalten eine Rose. Einen Moment keimt Hoffnung in mir auf, da sie Adrian und ein weiteres Kind scheinbar vergessen haben. Sollte er vielleicht doch noch verschont werden? Ist es möglich, dass er ein weiteres Jahr in die Kita gehen kann, ohne Lernen, Hausaufgaben und all den anderen Mist?

Nein! Das System ist unerbittlich, es erkennt seinen Fehler und auch mein Kind steht irgendwann leicht verlegen lächelnd auf der Bühne und nimmt sein Begrüßungsgeschenk entgegen.

In einer Art Prozession werden die Kinder dann wieder aus dem Saal geführt, hin zu ihrer ersten Unterrichtsstunde…

Wir sind wieder auf uns alleine gestellt und trollen uns nach unten in Richtung Hof. Ein knappe halbe Stunde später kommen die Kinder dann wieder. Ein wenig mitgenommen sieht mein Kleiner schon aus, aber er ist frohgemut und kann es jetzt kaum noch erwarten, nach Hause zu kommen und seine Geschenke auszupacken. Erstaunt stelle ich fest, dass das Leben wohl weiter gehen wird. Wir werden zwar fortan morgens früh aufstehen müssen, aber das fällt einem sechsjährigen naturgemäß leichter als seinem Vater. Ich hoffe, dass ihm die Schule etwas sinnvolles beibringt und ihn nicht mit unnützem Wissen vollstopft. Wäre ich religiös würde ich beten, als Atheist kann ich aber nur hoffen, dass sie ihm dort nicht seiner Neugierde berauben.

Ich wünsche mir zum Schulanfang auch etwas: Er möge seine Phantasie behalten und sich auch weiterhin ab und zu Tagträumen hingeben.

Und ich will ihm zeigen, wie das geht, ohne dass die Lehrer es sehen…

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Weißt Du noch?

9. March 2012 | von | Kategorie: Leseproben

Papa! Was ist denn das da für ein Ding?“ Ich schaue in die Richtung, in die mein Sohn zeigt und stutze einen Moment lang. Wir erblicken einen Kasten, etwa 2,50 hoch, mit einer Grundfläche von knapp einem Quadratmeter. Farbe Gelb, mit Fenstern auf zwei Seiten, einer Tür an der dritten. Die vierte Fläche ist massiv. Das muss sie auch sein, denn schließlich hängt dort, von außen durch das Glas gut sichtbar, ein Telefon. So ein großes von der altmodischen Sorte. Der Telefonhörer ist mit etwas an das große Gehäuse gebunden, das so aussieht wie der Schlauch meiner Dusche.

Wir sind im Urlaub an der Ostsee, ein wenig abseits der Haupttouristengebiete. „Das ist ein Telefon.“, antworte ich meinem Kind. „Ein Telefon? Aber wieso das denn?“ Seine Stimme klingt etwas schriller als sonst. Das ist bei ihm immer der Fall, wenn er etwas überhaupt nicht verstehen kann. An seiner Stelle hätte ich auch meine Schwierigkeiten mit dieser Antwort.

Er kennt Telefone als Geräte, die – weil schnurlos – irgendwo in der Wohnung herumliegen und irgendwann anfangen zu klingeln. Dann ruft jemand an. Ab und zu laufen Mama oder Papa auch aufgeregt in der Wohnung herum und suchen besagten Apparat, um selbst jemanden anzurufen. Dann gibt es noch die zweite Kategorie von Telefonen. Das sind Dingsdabumsdas, die Papa oder Mama in der Hosentasche haben und die sie ständig mit sich herumschleppen. Damit kann man überall telefonieren.

Adrian hat noch nicht ganz verstanden, wozu man zu Hause ein anderes Telefon benötigt, wenn man doch bereits eines hat mit dem man überall telefonieren kann. Aber er nimmt es hin, wie so viele Mysterien der Erwachsenenwelt.

Dass man ein für ein Telefon ein eigenes Häuschen gebaut hat, kann er nur schwer verstehen. „Warum ist da ein Telefon?“ Er lässt nicht locker und möchte eine Erklärung haben. „Na ja. Wenn mein kein Handy hat.“, setze ich an und überlege: Kenne ich jemanden, der kein Handy hat? „Dann macht man dort die Tür auf und kann darin telefonieren.“, fahre ich fort.

Echt?“

Adrian schaut mich skeptisch an und trottet erstmal weiter. Misstrauisch beäugt er den gelben Quader, an dem er nun vorbei schlendert. Er schaut durch die Tür auf den fremdartigen Apparat und ich glaube die Andeutung eines Achselzuckens wahrzunehmen. Ich nehme sein Buddelzeug in die Hand und wir trotten weiter in Richtung Strand.

Jeder hängt seinen Gedanken nach.

Wenn man unvorbereitet auf einen Gegenstand aus längst vergangener Zeit trifft, neigt Mancher zu Nostalgie.

Bezogen auf eine Telefonzelle kann ich das von mir nicht behaupten. Ich habe diese Dinger stets gehasst. Nur in den seltensten Fällen befand sich ein öffentlicher Fernsprecher dort, wo ich ihn brauchte. Die Entfernung zum nächsten stand in direkter exponentieller Abhängigkeit zur Dringlichkeit des zu führenden Telefonats, multipliziert mit der Stärke des Regens, der immer dann einsetzte, wenn ich mich auf die Suche begab. Die nächstgelegene Telefonzelle lag immer in der entgegengesetzten Richtung.

Da es schon damals in jedem Haushalt ein festes Telefon gab, war die Kenntnis über die Standorte der Tempel moderner Kommunikation bei der einheimischen Bevölkerung ebenfalls stark eingeschränkt, so dass ich schnell aufgab, Passanten danach zu fragen. Wurde man dann endlich des verheißungsvollen gelben Minigebäudes ansichtig, so war die Wahrscheinlichkeit nicht unerheblich, dass die Zelle bereits der angestauten Aggression der ortsansässigen Jugendclique zum Opfer gefallen war. Glücklich konnte man schon sein, wenn nur das bereits erwähnt Kabel vom Gerät zum Hörer durch rohe Gewalt gerissen war. Ein Albtraum war es, wenn die Zelle kurz vorher zum Äquivalent eines Dixieklos umfunktioniert worden war.

War dies nicht der Fall und die alles augenscheinlich in intaktem Zustand, war es für Freudentränen eindeutig zu früh. Auf der langen Wegstrecke hatte man bereits hinreichend Gelegenheit gehabt, das benötigte Kleingeld zu organisieren. Jedoch hatten die Apparate eine recht eigenwillige Vorstellung davon, was eine gültige Münze war. Die Deutsche Bundespost, damals noch Eigentümerin des Telefonnetzes, war extrem paranoid im Bezug auf Falschgeld.

Eine besondere Abneigung schien das Telefon gegen nigelnagelneue, noch glänzende, Groschen zu hegen. Diese wurden eigentlich nie angenommen. Um diesem Problem zu begegnen, waren die Gehäuse der Telefone mit einer leicht angerauten Oberfläche versehen. Damit war es potentiellen Kunden möglich, ihre Geldstücke durch heftiges Reiben am Gerät in kürzester Zeit altern zu lassen. Warf man statt Groschen gleich eine Silbermünze ein, war es übrigens fast sicher, dass diese stecken blieb. Genauso sicher war es, dass der Diebstahlschutz an dem Gerät es unmöglich machte, ohne Zuhilfenahme von schwerem Einbruchsgerät, wieder an sein rechtmäßiges Eigentum zu gelangen.

Da wir in aller Regel ohne solche Ausrüstung zum Telefonieren gingen, blieb uns nur, die aufgekommene Frustration durch Schläge und Tritte zu minimieren. Diese ertrug das Gerät mit stoischer Gelassenheit und natürlich, ohne uns den Geldbetrag zu erstatten. Zur Ehrenrettung dieser vorzeitlichen Technik sei aber angemerkt, dass ich mich durchaus daran erinnern kann, in Einzelfällen erfolgreich durch sie mit anderen Menschen kommuniziert zu haben.

Schlussendlich sei aber erwähnt, dass das Telefonieren mit diesen Dingern schweineteuer war. Dreißig Pfennige für einen Anruf waren ja gerade noch akzeptabel. Aber wenn es sich um ein Ferngespräch handelte, ging das schon richtig ins Geld.

Damals gab es ja noch die unterschiedlichen Fernzonen. Wenn der Angerufene sehr weit weg wohnte, konnte man nur dann schneller Geld nachwerfen, als es der diabolische Kasten verbrauchte, indem man ihn mit mindestens 2-Mark-Stücken fütterte.

Im Urlaub gab man sich so etwas nur, wenn es absolut unvermeidlich war.

Zu Hause gab es das Problem der extrem hohen Kosten nur dann, wenn man die bezaubernde Urlaubsbekanntschaft anrufen wollte, die exakt 101 km weit weg und damit in der höchsten Gebührenzone IV wohnte. Das Telefon meiner Eltern war für solche Anrufe tabu. Einerseits wollte ich nicht für die horrende Telefonrechnung von umgerechnet 32,80 Euro am Monatsende verantwortlich gemacht werden. Andererseits stand das Telefon zur damaligen Zeit im Flur und war, wie jedes Gerät damals, an kurzem Kabel angekettet. Dadurch konnten natürlich alle Gespräche in jedem Zimmer mitgehört werden.

Ich habe meine Urlaubsliebe nicht oft angerufen und sie mich auch nicht. Leider blieb sonst nicht viel. All die anderen Segnungen moderner Kommunikation gab es damals in den Achtzigern nicht.

Ich verstehe nicht, warum so viele meiner Altersgenossinnen und -genossen sich so gerne an diese Zeit zurück erinnern. Sie bekommen leuchtende Augen, wenn sie an diese Zeit denken. Was die Kommunikationsmöglichkeiten angeht, empfinde ich diese Ära dem finsteren Mittelalter vergleichbar.

Wir sind am Strand angekommen und breiten unsere Utensilien aus. Gleich danach greife ich in meine Hosentasche. Habe ich Empfang? Nur schwach schlägt die Anzeige aus, für ein Telefonat zu wenig. Aber wer will den gleich mit der Tür ins Haus fallen? Meine Finger huschen über die winzige Tastatur meines Handys. Als ich fertig bin, schicke ich die SMS an die nette Dame von gestern Abend. Ich liebe mobile Kommunikation!

 

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Leseabend “Berliner Glas”

7. March 2012 | von | Kategorie: Blog


Heute möchten wir noch einmal kurz auf den schönen Leseabend der “Unerhörten” in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen BERLINER GLAS zurückblicken.

Die Veranstaltung fand am 5.03.2012 im Noyman Miller in Berlin-Friedenau statt und es war ein sehr gelungener Abend (das wurde uns auch schon von einigen Mitarbeitern von “Berliner Glas” bestätigt).

Neben der Tatsache, dass wir die “auserwählte” Lesebühne waren, möchten wir besonders positiv hervorheben, dass das Unternehmen überhaupt solche kulturellen Veranstaltungen für seine Mitarbeiter organisiert und somit auch das Lesen unterstützt und fördert. Für viele Firmen zählt ja heutzutage schon die Weihnachtsfeier zum kulturellen Highlight des Jahres.

Foto: Peggy Lange

Demnach: vielen Dank für die Einladung im Rahmen des Programms “Berliner Glas bewegt” und vielleicht können wir ja mal eine reine “Glaslesung” (inhaltlich) organisieren!

Unser Lese-Programm sah folgendermaßen aus:

– Susanne: “Berlin gehört mir”
– Mark: Intermezzo “Herr Lehmann”
– Doris: “Indianer”
– Susanne: Intermezzo “Berlingedicht”
– Ariane: “Eine eiskalte Geschäftsidee”

– Doris: “Mops im Grunewald”
– Ariane: Intermezzo “Morgenstern”
– Mark: “Möwen aus Ostberlin”
– Ariane: Intermezzo “Morgenstern 2″
– Susanne: ” Popcornmörder”

Die BERLINER GLAS GRUPPE ist eines der führenden Unternehmen in Europa, wenn es um präzise optische Komponenten, optomechanische und elektro-optische Module, Baugruppen und optische Systeme oder hochwertig veredelte technische Gläser geht. Mit diesem Profil entwickelt die Unternehmensgruppe Lösungen für die Halbleiterindustrie, Medizin oder die Messtechnik und Analytik.

Foto: Peggy Lange

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Altglas-Mafia

6. March 2012 | von | Kategorie: Leseproben


Das konnte doch einfach nicht wahr sein! Seit Wochen, nein Monaten wachte ich nun jeden Sonntag gegen 9 Uhr auf, weil irgend so ein Arschloch sein Glas im Hof in den Altglas-Tonnen zerdepperte. Wieder klirrte Glas, doch diesmal reichte es mir und ich sprang auf. Wutentbrannt öffnete ich das Fenster. Ich wollte gerade „Schnauze“ oder „Verpiss dich“ brüllen, als ich meinen Irrtum bemerkte: Es schmiss hier niemand seine leeren Pullen in die Container – es wühlte jemand angestrengt darin herum.

Das Zauberwort, mit dem man in der DDR Flaschen in Kleingeld verwandelte, hieß SERO. Sekundärrohstoffe wie Papier, Gläser, Flaschen, Schrott, Lumpen, Plaste und Elaste gaben die Menschen in den SERO-Sammelstellen ab und erhielten pro Stück oder Kilogramm einige Pfennige dafür. Es hieß, die zahnlosen Leute, die dort arbeiteten, kämen direkt aus dem Knast in Rummelsburg zur Wiedereingliederung zu diesem grauenvollen Job.

In dem alten ausrangierten LKW-Anhänger direkt an der Büschingstraße stank es stets muffig und nach Alkohol. Der Planwagen mit dem SERO-Logo war irgendwann einmal wie ein Fremdkörper zwischen all den zehngeschossigen Hochhäusern mitten auf dem Gehweg abgestellt worden. Unser Mann, Herr Lepro, konnte tatsächlich aus einem Bildband über noch lebende Kinderschänder, Mörder oder Vergewaltiger entsprungen sein. Unrasiert, die Haare klebrig über die Stirn gekämmt und stets übellaunig saß der tätowierte Hüne auf den Stufen der rostigen Treppe, die zu seinem Bauwagen hinaufführten und blickte uns böse an. Er hatte gewisse Ähnlichkeit mit dem Riesen aus der beliebten Kinderserie „Spuk unterm Riesenrad“. Dort stellten sich aber Hexe, Zwerg und auch der Riese schnell als liebenswerte Zeitgenossen heraus. Bei Herrn Lepro war dies nicht der Fall. Der Alkoholgestank im Inneren seines Wagens ging nicht nur von den Hunderten leerer Schnapsflaschen, sondern wohl auch von seinen Atemwegen aus. Seine sozialistische Aufgabe war es, Altstoffe von braven Bürgern gegen Geld anzunehmen und sie in die volkseigene Produktion zurückzuführen.
Vorher war unsere Altstoff-Annahme „jwd“, also „janz weit draußen“ gewesen, und als der Wagen über Nacht plötzlich an dieser Stelle aufgebaut worden war, freuten sich Benny und ich.

Schließlich mussten wir immer Vaters Schnaps- und die bulgarischen Rotweinpullen unserer Mami entsorgen. Mein kleiner Bruder ging jedoch nur wenige Male zum Altstoff-Mann. Klar sah der Typ finster, gemein und hinterhältig aus, aber dass Benny gar nicht mehr einschlafen konnte und Alpträume bekam, wenn er an den Lepro dachte, fand ich ein bisschen übertrieben von dem Kleinen. Na gut: ich hatte Schiss vorm Wäschemann.

Mit seinen dicken Oberarmen stapelte Lepro Papier, Pappe, Schrott und Lumpen bis unters Dach und ließ Flaschen und Gläser in riesige Kisten verschwinden. Da ich nie mitbekam, wann der Wagen geleert wurde, stellte ich mir immer vor, wie Herr Lepro, unser Monster, des Nachts mit riesigen Rucksäcken voller Altstoffe durch Berlin zum zentralen SERO-Hof stiefelte, um sie dort brüllend bei anderen tätowierten Monstern abzuliefern.

Natürlich mussten Altstoffe auch regelmäßig für die Schule gesammelt werden, um die erzielten Erlöse diversen Kindern in Angola, Vietnam und Nicaragua zu schicken. Papier, Schrott und Schnapsflaschen für den Frieden konnten montags ab 7.30 Uhr im Altstoffkeller der Schule abgegeben werden und wurden von den verantwortlichen Schülern in Listen eingetragen – 100 Soli-Punkte brauchte jeder Schüler im Jahr. Wir staunten nicht schlecht, als wir mit einer einzigen großen Fuhre Altpappe, die wir von Bommels Bibliothekars-Mutter geschenkt bekommen hatten, unseren Pionierauftrag des Jahres 1981 übererfüllt hatten. Ab jetzt konnten wir die Sachen also komplett in eigenes Taschengeld umwandeln und schleppten die nächsten Pappen zum Altstoffhändler. Mürrisch drückte uns Herr Lepro zehn Mark in die Kinderhände – jedem! So entstand ein ziemlich ungewöhnliches Hobby für einen Elfjährigen: Altstoffsammeln! Jeder Betrag über zwei Mark war für uns eine unglaubliche Summe und wir hatten durch unseren ersten Zehner Blut geleckt.
Bommel hatte mir von einem Laden in der Torstraße berichtet, der Fußball-Wimpel von allen Oberliga-Mannschaften für acht Mark verkaufte. Als erstes kauften wir uns beide den von Wismut Aue, weil wir die gekreuzten Hämmer und das große „W“ auf lila-weißem Grund so toll fanden.
Wir grasten den kompletten Wohnblock ab, klingelten an jeder Tür und fragten: „Haben Sie Altstoffe?“ Natürlich bekamen wir unsere bunten Stoffbeutel und Netze fast überall prall gefüllt. Viele Leute waren einfach zu faul, die Sachen selbst wegzubringen, und die Menschen soffen zu unserer Überraschung alle so viel wie unsere Väter. In fast jedem Haushalt gab es hinter einem Vorhang eine Abstellnische mit Dutzenden weißer Schnaps- und grüner Weinpullen.

Vor dem fiesen Altstoffhändler Lepro verloren wir langsam unsere Scheu. Wir merkten, dass auch für ihn dieses Geschäft mehr als gut zu laufen schien. Besonders scharf war er auf Zeitschriften, Papier- und Buchlieferungen. Erst Jahre später, als auch ich nach Westzeitschriften, Postern und verbotenen Büchern gierte, wurde mir bewusst, wie viel Kohle der alte Knacki da nebenher gemacht haben musste.
Wir entwickelten eine symbiotische Geschäftsbeziehung. Er bekam seine Westliteratur und wir unsere ostdeutschen Aluminumchips, also DDR-Geld. Wir handelten einmalige Privilegien aus und mussten so nicht mehr die ollen Metall-Ringe an den Flaschenhälsen mit dem verrosteten Schraubenzieher selbst abschlagen, nicht mehr um jedes Gramm Papier feilschen – es wurde auch mal aufgerundet.
An einem kühlen Herbsttag – wir hatten ihn gerade wieder beliefert und abgerechnet – sagte Herr Lepro, dass er noch etwas für uns hätte. Wie immer roch er ein wenig süßlich nach Alkohol, aber seine rot unterlaufenen Augen deuteten so etwas wie ein Leuchten an. Er ging die Treppe hinunter nach draußen vor den Altstoff-Wagen zu einem dunklen Lada, öffnete den Kofferraum und stellte uns grimmig lächelnd einen riesigen selbstgebauten Bollerwagen vor die Füße: „Na, wat sagt ihr nun, Jungs?“ Der wahrscheinlich freundlichste SERO-Mitarbeiter der Welt strahlte.
Mit der neuen Handkarre konnten wir plötzlich viel größere Strecken bewältigen und uns endlich auch in andere Stadtteilecken wagen. Nur ein einziges Mal, in Höhe des Hotel Berolina, trafen wir die wesentlich älteren Jungs der Konkurrenz, die uns deutlich klarmachten, dass wir dort überhaupt nichts zu suchen hatten. Die restlichen, endlosen Häusermeere gehörten uns allein. Vom S-Block bis zum Scheppert-Eck, vom Leninplatz bis zum Märchenbrunnen reichte nun unser Altstoffmonopol.

Wir ließen meine Mutter per Schreibmaschine Zettel schreiben, auf denen stand: „Die jungen Pioniere kommen am: 22.09.1981 zum Altstoffsammeln in Ihr Haus. Bitte stellen Sie Flaschen, Gläser und Altpapier im Müllschluckerraum bereit.“ Auf die Mieter in unserer Gegend war in der Regel Verlass – die Räume waren am gewünschten Tag immer rappelvoll, als hätten sie am Wochenende extra für uns ihre noch halbvollen Pullen ausgesoffen.
An einem kühlen, regnerischen Herbstnachmittag hatten wir geschuftet wie noch nie. Es war die größte und schwerste Altstoff-Ladung zusammengekommen, die jemals in Berlin gesammelt wurde. Unser Wagen war vollkommen überladen und wir mussten beim Transport die gestapelten Papierpakete, Flaschen und Gläser an der Seite festhalten und gleichzeitig mit schier unmenschlicher Kraft ziehen, um das Gefährt in Richtung Altstoffhändler zu bewegen.
Natürlich krachte der Wagen mit einem riesigen Knall ausgerechnet auf der viel befahrenen, vierspurigen Mollstraße auf die Seite. Überall lagen zersplitterte Flaschen Nordhäuser Doppelkorn, kaputte Spreewälder Gurkengläser rollten in Richtung Bordsteinkante und ein dickes Paket gebündelter „Neuer Deutschlands“ fiel auseinander. Und das im Feierabendverkehr.
Schnell bildete sich ein langer Stau wütend hupender Autos. Eigentlich alles kein Problem, doch ausgerechnet meine Mutter hatte das Malheur aus dem Fenster des neunten Stocks beobachtet. Wütend stand sie wenig später mit unserem Besen bewaffnet neben uns und schrie mich an: „Womit habe ich das alles verdient?“ Zum Glück sagte Bommel energisch: „Vielleicht würden Sie uns erst einmal helfen, die Sachen von der Straße zu schaffen, Frau Scheppert.“
Inzwischen hatte sich auf beiden Spuren in Richtung Alex ein langer Stau gebildet. Die widerlich quäkende Trabi-Hupe war aus mehreren Fahrzeugen zu hören. Ein älterer Herr mit Schiebermütze stieg aus dem Wagen und beschimpfte meine Mutter. Eine jüngere Passantin half uns dabei, die überall verstreut liegenden Zeitungen und Bücher, Gläser und Flaschen auf die gegenüberliegende Seite zu schleppen, und eine ältere Dame hantierte wie wild mit unserem Besen herum. Nicht wenige im zweiten Gang vorbeischleichende Wagenbesitzer zeigten uns einen Vogel.

Trotz der vielen Scherben am Straßenrand und einer wirklich mies gelaunten Mutter: Für diese einzige Lieferung bekamen wir genau 96 Mark! Das war Weltrekord, auch für uns, die legendäre
„Altglas-Mafia“.
Schon mit zwölf hatten Bommel und ich prallgefüllte Sparbücher und die Fußball-Wimpel aller Oberliga-Mannschaften – sogar einige aus der 2. DDR-Liga. Erst mit 14 stellte ich überrascht fest, dass ich mir außer diesen sportlichen Stoffdreiecken davon überhaupt nichts Vernünftiges kaufen konnte. Bei der Währungsunion 1990 waren deshalb noch 1.500 Mark vom damaligen Altstoffgeld übrig, die ich 1:1 in Westgeld umgetauscht bekam – vielen Dank Herr Kohl, Herr Lepro und SERO. Kurz nach dem Mauerfall war der Planwagen so plötzlich verschwunden, wie er gekommen war. Den „Herrn der Altstoffe“ sah ich im Leben nie wieder.

Vor einer Woche war es wieder einmal soweit. In unserer Küche stapelten sich kiloweise Papier, reichlich leere Rotweinflaschen, über 50 Bierpullen und allerlei Plastikgelumpe des Coca-Cola-Konzerns. Seit einigen Jahren hat sich die Mülllandschaft gründlich geändert. Auf fast jedem Hinterhof gibt es mittlerweile Papier- und Flaschencontainer. Selbst Pappe und Plastikwaren können wir trennen und in eine scheinbar grüne Welt zurückbefördern. In den Tonnen meines Hauses wühlt sonntags noch immer diese ältere Frau auf der Suche nach versehentlich entsorgten Bier-, Wasser- und Fantaflaschen.

Doch von mir wird sie leider nichts finden. Ich lud mein Leergut in insgesamt 5 große Tüten und machte mich auf den Weg zu REWE. Dort gibt es keinen hilfsbereiten Herrn Lepro. Ein hochmoderner Automat schluckt das Leergut, sogar ganze Bierkästen. Auf Knopfdruck erhält man am Ende einen Bon und an der Kasse das Pfandgeld. Vor mir und der Maschine standen lediglich zwei andere Leute. Nachdem das junge Mädchen etwa die Hälfte ihrer Flaschen in den rotierenden Automaten gesteckt hatte, blieb das Ding plötzlich stehen. Nichts rührte sich mehr und nach mehrmaligem Ermuntern rief der verpickelte Typ an der Kasse endlich ins Mikrofon: “Herr Egner bitte einmal zum Pfandautomaten.”

Herr Egner ging in den Raum hinter dem Automaten. Da er die Tür hinter sich nicht schloss, konnten wir sehen, dass das riesige Förderband komplett mit leeren Flaschen gefüllt war. Das Faszinierende: Das Band musste so oder so manuell geleert werden, also nicht nur im Fall einer Havarie. Wahrscheinlich war Herr Egner sonst immer in diesem Raum und füllte leere Kästen mit Flaschen, die auf seiner Seite aus dem Automaten kamen. Diesmal brauchte er ca. 20 Minuten bis er Bescheid gab, dass es weitergehen konnte. Entnervt drückte das Mädel irgendwann auf den Bon-Knopf und nickte dem Typen vor mir zu. Der hatte einen riesigen Sack mit verschiedenen Plastikflaschen dabei. Einige dieser Wasserpullen nahm der Automat offenbar nicht an, doch er versuchte verzweifelt, jede einzelne mindestens acht Mal in die Öffnung zu schieben. Dort rotierten diese minutenlang bevor der Automat acht Mal das gleiche Ergebnis anzeigte: Flasche nicht erkannt.

Hinter mir standen mittlerweile sicher 15 Leute und nicht wenige davon hätten den Kerl am liebsten erwürgt, bis dieser endlich seinen Bon zog. Zur Freude aller lief bei mir alles glatt, die Flaschen wurden erst vom Automaten und dahinter von Herrn Egner erkannt, entgegengenommen und wenn nicht, warf ich sie lässig in den Müllcontainer. Nach geschlagenen 30 Minuten Wartezeit hatte ich meinen Zettel über 2,48 € in der Hand. Ich schwor mir, dass ich nie wieder Bier trinken oder zumindest nie wieder Flaschen bei einem Automaten abgeben würde.
An den zweiten Vorsatz habe ich mich bis jetzt gehalten.

Zum Weiterlesen: Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens von Mark Scheppert

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Schäfchen zählen war Gestern

4. March 2012 | von | Kategorie: Blog


Auf der Suche nach dem Frühling ist unser Kapitalistenschaf momentan kaum zu erreichen. Ständig wandert es durch die Gärten der Stadt und hofft, den Frühling an seinem blauen Band zu erwischen, festzuhalten und zum dauerhaften Bleiben zu überreden. Abends fällt es dann erschöpft in einen traumlosen Tiefschlaf.

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Lesung am 28.03.2012 im Noyman Miller in Friedenau

30. December 2011 | von | Kategorie: Termine
28. March 2012
20:30to21:30

Wann: 20.30 Uhr
Wo: Noyman Miller
Hauptstr. 89
Berlin-Friedenau
( www.noymanmiller.de)
Wie: Eintritt frei

Thema: Schlimme Finger

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