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How does it feel – Das Bob Dylan Lesebuch

29. April 2011 | von | Kategorie: Blog

Bob Dylan wird im Mai siebzig Jahre alt. Mein ältester (sic!) sowie bester Freund Manu, feierte ebenfalls gerade einen runden Geburtstag. Da dieser zu Bob Dylans größten Bewunderern gehört und mich im Laufe der Jahre zu unzähligen Konzerten seiner Ikone geschleift hat (wo der Meister teils brilliant, teils beleidigt- aber niemals belanglos aufspielte), lag es nahe, ihm Klaus Theweleits soeben erschienenes Buch How does it feel zu schenken.

Natürlich habe ich das Buch auch gelesen. Und zwar in einem Rutsch. Es setzt einem einzigartigen Musiker ein Denkmal, der für seine poetischen und vielschichtigen Texte immer wieder als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt wird. Schriftsteller und Künstlerkollegen widmen sich schon lange dem Phänomen Bob Dylan. Und hier kommen sie alle zu Wort: Sam Shepard, Don DeLillo sowie seine erste Lebensgefährtin Suze Rotolo. Lesenswert!

Schnell noch drei kurze Episoden über Bob Dylan aus meinem Leben:

1. Letztes Wochenende. Die Nachbarn grillen und unser Kapitalistenschaf hockt geduckt im Blumenkasten um zu überprüfen, ob die es tatsächlich wagen, Lammkoteletts aufzutischen. Tun sie zwar nicht, dafür trägt der Chef eine Schürze mit der Aufschrift  Bin am Grillen! Keine Tipps! Bier bringen! Das Schaf gibt würgende Laute von sich.  Zu später Stunde wird dann noch eine Klampfe organisiert und kurz darauf schallt es schief und innbrünstig durch die ganze Straße

„How many roads must am man walk down….. The answer, my friend, is blowin in the wind…“

Das Schaf erbricht sich in die Fleißigen Lieschen- ich habe vollstes Verständnis.

2. Irgendwann in den 90ern. Bob Dylan spielt in der Waldbühne. Manu und ich rasen auf seiner Moto Guzzi durch die Stadt. Wir sind viel zu spät dran. Platz im Innenraum, ganz vorne, ist Pflicht. Leider müssen wir unterwegs noch tanken und am Eingang der Waldbühne stellt Manu fest, dass er sein Ticket wohl beim hektischen Bezahlen an der Tankstelle verloren hat. Selbstverständlich ist alles meine Schuld. Als wir uns gerade richtig schön anschreien, ruft neben mir jemand: „Ticket zu verschenken! Bob Dylan Ticket zu verschenken!“ Ich ergattere es und Manu muss zur Strafe sämtliche drinks übernehmen. Wird ein teurer Abend für ihn.

3. Wieder 90er Jahre. Wir sind in Mexico unterwegs. Nach ziemlich viel Stress, gesundheitlichen  Malaisen, rauschenden fiestas mexicanas und der Begegnung mit einer Ratte, die ich zunächst für einen Rauhaardackel gehalten hatte, sind wir zum Abhängen auf der Halbinsel Yukatán. Ich habe gerade beschlossen, meine Hängematte mit Traumblick aufs Traummeer nie wieder zu verlassen, da kommt Manu von einer kleinen Erkundungsfahrt zurück, wirft mir zwei Tickets auf den Bauch und sagt: „ Hier. Wir fliegen morgen. Jazz Fest in New Orleans. Bob Dylan spielt.“ Wir sind dann zwei Wochen da geblieben. Tolle Stadt.    

How does it feel. Klaus Theweleit. Rowohlt Verlag. EUR 19,95.

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