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11 Freunde Ausgabe 116

25. June 2011 | von | Kategorie: Blog


Ein wenig in eigener Sache empfehle ich heute die Juli-Ausgabe 2011 von 11freunde, dem Magazin für Fußballkultur, zu lesen, denn dort ist eine schöne Rezension meines neuen Buches 90 Minuten Südamerika zu finden.

Was soll ich dazu sagen? Dass ich mich jeden Monat tierisch auf das neue Heft freue? Dass ich schon als kleines Kind in der „11-Freunde-Arena“ in der Nordkurve gestanden habe und nun bei ihnen mitkicke?*
Nee! Es freut mich einfach, dass die dortigen Jungs, neben wirklich guten Texten und Reportagen, auch Büchern aus Eigenverlagen eine sportliche Chance geben. Und verrissen haben sie „90 Minuten Südamerika“ ja auch nicht.

* (bildlich gesprochen – ich kenne in der 11freunde-Redaktion niemanden persönlich)

Hier zwei Sätze aus der Rezension und den Rest eben in der Ausgabe 116 von 11freunde:

„90 Minuten Südamerika“ ist eine Art nonfiktiver Coming-of-Age-Roman, in dem der Fußball sukzessive stärker in den Fokus rückt. Schepperts Berichte sind keine abgehangenen Weisheiten, sondern großartig geschriebene Momentaufnahmen einer riesigen Weltkarte.“

…und hier noch eine aktuelle Leseprobe auf Spiegel Online

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Auf der Suche nach dem Glück

8. April 2011 | von | Kategorie: Leseproben

Dies ist ein kurzer Auszug aus meinem soeben erschienenen Buch “90 Minuten Südamerika”.

Im Fischerörtchen Taganga an der Karibikküste Kolumbiens treffen wir eine Spezies, der wir aufgrund unserer Reiseroute lange erfolgreich aus dem Weg gegangen waren. Es sind nicht nur fünf oder sechs Leute, sondern regelrechte – vorzugsweise englisch, hebräisch und französisch sprechende – Backpackerhorden. Alle Hotels direkt am Strand sind von ihnen blockiert und stylishe Typen und gackernde Bikini-Püppchen beobachten hinter schwarzen Marken-Sonnenbrillen, unsere Suche nach einem geeigneten Quartier.
Für die globalisierte Gemeinschaft der „Lonely Planet Generation“ scheint dieser Ort der Endpunkt ihres Südamerika-Kreuzzuges zu sein, denn tatsächlich liegen auch zwei Schottinnen im Sand, die wir zuletzt kotzend in Nordargentinien gesehen hatten. Sie wären seit Monaten mit der gleichen Truppe unterwegs gewesen, berichten sie stolz, und sind nach Bolivien, Peru und Ecuador nun in Kolumbien gelandet. Die coole Gang hatte fast alle wichtigen Inkaruinen, Berggipfel, Flussläufe und Wasserfälle des Kontinents gesehen und auf tausenden Digitalfotos verewigt. Ob in großen Städten oder bei zurückgezogenen Indiostämmen, überall hätten sie extrem gechillt und legendäre Partys gefeiert. „Amazing!“, ist ihr bevorzugtes Wort.
Als wir uns von den Hühnern verabschieden, denke ich darüber nach, was mich von diesen stumpfsinnigen und dennoch so unbekümmerten Rucksackreisenden auf unserer Reise unterschieden hatte. War ich gebildeter, kultivierter oder niveauvoller gewesen? Nein! Auch ich war in Landschaften und Orte gereist, in denen ich mit meinem weißen Arsch eigentlich überhaupt nichts zu suchen hatte. Oftmals ohne Sinn und Verstand war ich durch vormals unberührte Landschaften gefahren und in eine heile Welt mit bis dato glücklichen Menschen eingedrungen, die von mir weder etwas brauchten noch etwas lernen konnten. Allein durch mein Erscheinen hatte ich vielleicht ein letztes Stück Paradies zerstört.

Was werde ich also zu Hause erzählen auf die Fragen: „Was hat dir die Weltreise gebracht? Hast du gefunden, wonach du gesucht hast?“ Wir haben nur noch wenige Tage bevor es zurück nach Deutschland geht. Ich nehme mir vor, nun endlich auf eine intensive Suche zu gehen.

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